Schlachthaus Theater Bern
Dokumentarisches Theater

IIPM - International Institute of Political Murder (Berlin/Zürich):

HATE RADIO

Vorstellungen: 26.04.2012 (Berner Premiere Probier-Mich-Preis) | 27.04.2012 (vor der Vorstellung Podiumsdiskussion KUNST UND GESCHICHTE) | 28.04.2012 (anschliessend Publikumsgespräch. Auf Französisch.) | 29.04.2012

Spiel Ort: Schlachthaus Theater Bern

Reenactment einer Sendung von Radio RTLM (Ruanda).

Hätte man ein einfaches und wirkungsvolles Ziel gesucht, um den Genozid in Ruanda zu verhindern, schrieb der US-amerikanische Journalist Philip Gourevitch, wäre der Radiosender RTLM ein guter Anfang gewesen. Mit unbeschreiblichem Zynismus hatten die Mitarbeiter des populären Senders den Völkermord seit Monaten wie eine Werbekampagne vorbereitet. Das Programm bestand aus Pop-Musik, packenden Sportreportagen, politischen Pamphleten und an Verachtung nicht zu überbietenden Mordaufrufen.
Die Grooves der neuesten kongolesischen Bands und aggressivste Rassenkunde vereinten sich hier auf wenigen Quadratmetern zu einem düsteren Laboratorium rassistischer Ideologie. Im Projekt HATE RADIO wird von ruandischen und belgischen Schauspielerinnen eine aus den Sendungsprotokollen zusammengeschnittene Stunde live re-inszeniert und über Kopfhörer vom Publikum mitgehört. Der Raum ist dem Originalstudio in Kigali nachempfunden.

Rahmenprogramm:

  • KUNST UND GESCHICHTE am Fr 27.4.2012 um 19:30 (vor der Vorstellung von HATE RADIO)

Eintritt frei
Eine Diskussion mit Christian Gerlach, Professor für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte Universität Bern, Autor von «Extrem gewalttätige Gesellschaften. Massengewalt im 20. Jahrhundert»; Eva Kernbauer, Kunsthistorikerin, Akademie der bildenden Künste Wien, mit dem Habilitationsprojekt «Geschichtsbilder der Gegenwart»; Milo Rau, Autor und Regisseur, Gründer des International Institute of Political Murder; Jens Dietrich, Dramaturg und Mitglied von IIPM. Moderation: Eva Bertschy.

  • PUBLIKUMSGESPRÄCH am Sa 28.4.2012 um ca. 21:30 (nach der Vorstellung von HATE RADIO)

Eintritt frei, auf Französisch
Mit Philippe Dahinden, Gründer der Fondation Hirondelle, die 1994 ihre Aktivitäten in Ruanda aufnahm und ihren ersten Radiosender gründete. Moderation: David Collin, Journalist RSR, Herausgeber von «Les mots du génocide».

RTLM radio was the voice of the Rwandan Genocide: music, political discussion and calls to murder. A reenactment based on documents and eyewitness reports.


Bild: Frank Schröder

Mit Afazali Dewaele, Sébastien Foucault, Estelle Marion, Nancy Nkusi, Diogène Atome Ntarindwa, und den Stimmen von Thomas Bading und Sven TjabenBuch & Regie: Milo Rau. Dramaturgie & Conceptual Management: Jens Dietrich. Bühnenbild & Ausstattung: Anton Lukas. Video: Marcel Bächtiger. Ton: Jens Baudisch. Produktionsleitung: Milena Kipfmüller. Öffentlichkeitsarbeit: Yven Augustin. Recherche: Milo Rau, Jens Dietrich, Eva-Maria Bertschy. Regieassistenz: Mascha Eucher-Martinez. Beratung Tondesign: Peter Göhler. Corporate Design: Nina Wolters. Web-Design: Jonas Weissbrodt. Projektdokumentation: Lennart Laberenz (Film) & Daniel Seiffert (Fotografie). Fachberatung: Marie-Soleil Frère, Assumpta Muginareza und Simone Schlindwein. Begleitprogramm Bern & wissenschaftliche Mitarbeit: Eva Bertschy. Casting Brüssel/Genf: Sebastiâo Tadzio. Casting Kigali: Didacienne Nibagwire. PR Kigali: Flora Kaitesi.

Eine Koproduktion des IIPM Berlin/Zürich mit Migros-Kulturprozent Schweiz, Kunsthaus Bregenz, Hebbel am Ufer (HAU) Berlin, Schlachthaus Theater Bern, Beursschouwburg Brüssel, Migros Mu- seum Zürich, Kaserne Basel, Südpol Luzern, Verbrecher Verlag Berlin, Kigali Genocide Memorial Centre und Ishyo Arts Centre Kigali.

DRS2 Beitrag

ARD Beitrag titel thesen temperamente

Der Spiegel - Völkermord als Theaterstoff

«Genozid mit Gitarrensolo.pdf» :pdf

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«Berner Regisseur provoziert weiter» BZ 10.01.13:pdf

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