Schlachthaus Theater Bern
Performance

BONE 14:

Festival für Aktionskunst III

Vorstellungen: 02.12.2011

Spiel Ort: Schlachthaus Theater Bern

Boris Nieslony (DE): HOW PERFORMANCE ENTERS MY LIFE,
Domenico Billari (CH): ZERO UNO, GX Jupitter-Larsen & Jessica King (US): LOUD LUGGAGE / BOOMING BAGGAGE,
Fredie Beckmans (NL) & Claude Gigon (CH): HOTPOT IV - mangeur de chance.

Performance Art als Kunst des Handelns! BONE , neu kuratiert von Valerian Maly und Peter Zumstein, vertritt eine zeitgenösssiche, medienspezifische und prozessorientierte Kunstform, die nicht nur dem Theater verbunden ist, sondern ebenso im Kontext von Musik, Bildender Kunst, Literarischem Schreiben oder Urbanistik zu betrachten ist. BONE lädt von 30. November bis 3. Dezember allabendlich ins Schlachthaus ein, trägt aber auch die Aktionskunst in die Stadt. Ein Festival der KünstlerInnen, das um den HOTPOT von Fredie Beckmans in die Nacht geht.


GX Jupitter Larsen & Jessica King


Boris Nieslony


Domenico Billari

Boris Nieslony (*1945), mit BONE und seinem langjährigen Leiter Norbert Klassen durch die internationale Performancegruppe «Black Market International» aufs Engste verbunden, zeigt seine seit 1981 stetig wachsende Skulptur. DIE SCHWARZE LADE, ursprünglich ein transportabler Behälter, eine Lade eben, die von Ereignis zu Ereignis, von Performance-Art-Treffen zu Treffen mitgenommen werden sollte, ist heute zu einem veritablen Archiv angewachsen. Diese aktive, einzigartige organisch ständig wachsende Ideenbank wird in Bern ausschnittweise präsentiert und stellt Themen der Archivierung ephemerer Kunst, wie es die Performance Art eben ist, in den Brennpunkt.

Alles ist möglich. Domenico Billaris (*1977) Einstellung zum Leben lässt sich direkt auf seine künstlerische Haltung übertragen. Aufgewachsen zwischen zwei Welten, Kalabrien und Basel, ergründet er die Unterschiede zwischen zwei Kulturen und zwei Gesellschaften. Es ist das Gesagte, das gesprochene Wort, in dem Billari, der zuerst als MC (Tempo al Tempo, Tre Cani) in der Öffentlichkeit aufgetreten ist, die einzige mögliche Ehrlichkeit sieht. Verbindet mit überraschenden, unerwarteten Motiven und Gesten, schwört es eigensinnige Performances herauf.

GX Jupitter-Larsen lebt und arbeitet in Hollywood, Kalifornien. Sein Werk basiert hauptsächlich auf selbst kreierten Masssystemen, beispielsweise auf einer Alternative zum metrischen System. Kalibrierungen, Neuausrichtungen, Missverständnisse, Fehler: Ein ureigenes schöpferisches Schaffens, das das Publikum ganz selbstverständlich zur aktiven Mitarbeit anhält.
Jessica King kreiert «weiche» Skulpturen in Form von Plüschpuppen aus Vintage-Textilien für ihr eigenes Spielzeuglabel. Seit 10 Jahren treten die Spielzeug-Designerin und Performance-Künstlerin und der Künstler und Noise-Musiker regelmässig zusammen auf. Durch Aneinanderhalten ihrer elektronisch verstärkten Koffern fertigen sie einen berstenden, knackenden und explodierenden Sound.


Fredie Beckmans (*1956), Weltmeister a. D. der Kochperformance und als solcher «Champignon du Monde», königlich ausgezeichneter Bildermaler, Performancekünstler, Zeichner, und Autor bezeichnet sich selbst als den schlechtesten Künstler aller Zeiten (wehe es mache ihm jemand diesen Rang streitig!). Der Gründer des legendären Amsterdamer «worstclub» residiert derzeit hoch über Biel im Atelier Robert als Gastkünstler . Fredie Beckmans erhält von BONE den Auftrag, jeden Abend einen HOTPOT zu servieren – auch wenn er der schlechteste Künstler ist, der beste Bereiter fantasievoller Speisen ist er allemal!