Schlachthaus Theater Bern
Festival

Manu Riche & Patrick Marnham (Brüssel/Oxfordshire):

SNAKE DANCE

Vorstellungen: 03.05.2013 (anschliessend Publikumsgespräch) | 04.05.2013

Im Rahmen von: AUAWIRLEBEN 2013: COMFORT ZONE

Spiel Ort: Schlachthaus Theater Bern

Von den Hopi-Indianern bis zum belgischen König, von Hiroshima bis zur Heilanstalt Bellevue in Kreuzlingen: Eine Lecture Performance und ein Film. Auf Englisch.

«Well, yes, there is one thing I wanted to ask you about, was that ehmm… this film is about ... about a man called Aby Warburg… he was a German art-historian and ethnologist… and he came here to New Mexico because he was studying Indian culture... and I was hoping to find some connection possibly between him and Robert Oppenheimer, knowing your father’s interest in… wide cultural interest… and interest in New-Mexico… Could I call you when I am on a land-line?»

Eine Strassenkreuzung im Hochland von New Mexico, es ist windig, Pick-ups donnern vorbei, der Anrufer in der lauten Wüste gibt auf. 1942 wurde hier von Oppenheimer mit einer Bastion hochrangiger Wissenschaftler im Armee-Camp Los Alamos die erste Massenvernichtungswaffe entwickelt, im Juli 1945 erstmals getestet und am 6. August über Hiroshima abgeworfen. 3 Tage später über Nagasaki. Auf die Furcht vor der Vernichtung der Menschheit durch Hitlerdeutschland reagierte man mit einer Waffe, die das kann. 60 Jahre vorher, ganz in der Nähe, hatte der «Bildhistoriker» Aby Warburg versucht, Kultur und Überleben der Hopi-Indianer zu verstehen und in deren Schlangentanz entdeckt, was es bedeutet, die Angst in Symbole zu bannen. Auf den Spuren von Warburg und Oppenheimer folgt SNAKE DANCE dem belgischen König Leopold II. auf seiner Suche nach Uranminen in den Kongo, dorthin, wo heute illegalisierte Minenarbeiter im Schlamm nach Kobalt graben. Von den Weiten New Mexicos geht es nach Kreuzlingen, wo der psychisch erkrankte Warburg in der «Heilanstalt Bellevue» interniert war, über Hiroshima und Nagasaki in den nuklearen Winter von Fukushima.
Dem Film voraus geht eine Adaption von Aby Warburgs legendärem Kreuzlinger Vortrag «Schlangenritual», den er am 21. April 1923 im «Bellevue» hielt, um sich und der geladenen Zuhörerschaft zu beweisen, dass er nach überwundener Krankheit «in die Normalität beurlaubt» werden könne.
Das ganze AUAWIRLEBEN Programm auf www.auawirleben.ch


Lecture Performance: Mit Jerry Killick. Regie: Manu Riche. Text: Aby Warburg. Adaption: Patrick Marnham. Fotos: Paul Millot. Produktion: Kaaitheater.
Film: Regie, Skript: Manu Riche, Patrick Marnham. Schnitt: Michèle Hubinon. Kamera: Renaat Lambeets, Ross McDonnell. Ton: Luc Cuveele, Paul Heymans. Produzent: Manu Riche (Riche, Riche & Riche). Koproduzenten: Eric Van Zuylen, RYVA (Wallonia), Suzane Van Voorst, ID TV Docs (Netherlands), James Mitchell, Soho Moon Pictures (Ireland). Produktionsleitung: Geneviève De Bauw (Thank You & Good Night productions, Brussels). Koproduktion: VRT-Canvas.

Manu Riche, belgischer Dokumentar- und Spielfilmregisseur, ist Initiator, Produzent und Regisseur von «Hoge Bomen», einer Serie, die die formellen und informellen Machthaber im heutigen Belgien porträtiert.
Patrick Marnham, englischer Journalist und Autor, wurde vor allem bekannt durch seine Biografien über Diego Rivera, Georges Simenon, Jean Moulin und Mary Wesley. Er schrieb Drehbücher für die BBC, als Journalist arbeitet er u.a. für die Times, den Guardian und den Observer.