Schlachthaus Theater Bern
Festival

Davis Freeman / Random Scream (Brüssel):

7 PROMISES

Vorstellungen: 05.05.2013

Im Rahmen von: AUAWIRLEBEN 2013: COMFORT ZONE

Spiel Ort: Schlachthaus Theater Bern

Schluss mit Blabla. Am letzten AUA-Tag werden Nägel mit Köpfen und Versprechen mit Wodka gemacht. Und die werden gehalten, hundert Prozent! Auf Englisch und ab 18 Jahren.

Schnaps ist allgemein mit Einsamkeit konnotiert. Oder mit Verzweiflung. Oder mit beidem. «Man kann mitunter scheusslich einsam sein / Dann nützt es nichts, mit sich nach Haus zu fliehn / Und falls man Schnaps zu Haus hat, Schnaps zu nehmen...» schreibt Friedrich Glauser. Und angesichts der Lethargie Europas und des Rests der Welt findet Liao Yiwu so etwas wie Heimat «häufig bestenfalls in einem Glas Schnaps».
Es geht auch anders, das beweisen uns zwei unorthodoxe Prediger, die den Schnaps aus der Depro-Ecke holen und zur Verbesserung der Welt, gegen die drohende ökologische Katastrophe einsetzen. Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es! Die beiden nehmen uns Gelübde ab und schenken dafür gratis Wodka aus. Die Präsentation des Angebots, was jeder in seinem Leben sofort verändern kann, ist grandios, und sie ist ernsthaft. Sie selbst müssen sich nur noch entscheiden. Und unterschreiben, zur Beglaubigung wird ein randvolles Gläschen runtergekippt. Die Welt ändert sich nicht von alleine, unsere Prediger schwören auf die verändernde Kraft des Individuums, und 7 Versprechen plus 7 Schnäpse wird das Individuum schon verkraften. Wie sagt der fast hundertjährige Stéphane Hessel? «Dass man sich unwirksam empfindet, das muss überwunden werden. Wenn jede und jeder von Euch sich die Aufgabe gibt, das Zusammenleben in dieser Welt aufzubauen... dann kann ich sagen, wir gehen vorwärts zu einer besseren Welt.» Heben wir das Glas, on va se créer notre monde!
Das ganze AUAWIRLEBEN Programm auf www.auawirleben.ch


Mit: Jerry Killick, Davis Freeman. Konzept, Regie: Davis Freeman.

Random Scream wurde von Davis Freeman 1999 in Brüssel gegründet mit der Intention, «to draw attention to what is already there by focusing on our personal interactions and how our choices directly affect each other and the community we live in.» Freeman, Schauspieler, Tänzer, Performer und Theatermacher, hat u.a. mit Forced Entertainment, Meg Stuart, Superamas und Stefan Pucher gearbeitet. Mit seiner eigenen Gruppe entwickelt er Projekte, die als ungewöhnlich politisch gelten und von Tanztheater, Installationen, Lecture Performances bis zu Lounge Acts reichen.