Schlachthaus Theater Bern
Theater

Schauplatz International (Bern/Berlin):

IDEALISTEN

Vorstellungen: 02.04.2014 (Uraufführungs-Produktion. Schweizer Premiere) | 04.04.2014 (Uraufführungs-Produktion) | 05.04.2014 (Uraufführungs-Produktion) | 06.04.2014 (Uraufführungs-Produktion)

Spiel Ort: Dampfzentrale / Marzilistrasse 47

Warum werden Idealisten komisch, wenn sie auf die Realität treffen? Ein Denkmalbau.

Es war Februar, sie sassen in der Sonne und hatten sich soeben von der PR-Angestellten des nobelsten Kaschmirproduzenten Europas ein Theater zeigen lassen. Er hatte es ins umbrische Hinterland gebaut, weil er sich für einen Mann der Renaissance hielt, weil er an einen humanistischen Kapitalismus glaubte. Sie waren nicht sicher, ob er ein Idealist, ein Hochstapler oder einfach sehr geschäftstüchtig war. Sich selbst hielten sie ohne Zweifel für Idealisten. Sie waren fröhlich und in diesem Moment in der Winterwärme sah alles noch nach Kunst aus, aber bald würde es in Arbeit ausarten. Denn baut sich der Idealist die Falle nicht selbst, in die er lächelnd fällt?
Ausgehend von Beobachtungen zur italienischen Renaissance, zum Stummfilm «One Week» von Buster Keaton und zum eigenen Leben, fragt Schauplatz International, was Idealismus bedeutet und warum Idealisten komisch werden, wenn sie auf die Realität treffen. Während Martin Lorenz nach mathematischen Proportionen und mit Zitaten des Renaissance-Komponisten Andrea Gabrieli Musik macht, errichtet die Gruppe mit einem Bausatz und Plänen von raumlaborberlin ein Denkmal für den Idealismus, die Komik und sich selbst – und führt damit die konkreteste Handlung aus, die im symbolischen Raum Theater überhaupt möglich erscheint.

Let’s build an ideal theatre. An ideal city. Idealism meets reality: laughter, laughter, laughter. What’s idealism after all? Building something from nothing or leaving it behind?

NZZ vom Samstag, 11. Januar 2014: "Schluss mit den Diskursen, in denen sich das postdramatische Gegenwartstheater heutzutage generell verirrt. Sondern: Mund halten – und handeln. Das Handeln ist die Handlung. Sie aber erteilt einer anderen postdramatischen Mode metaphorisch ihre Absage: Statt Dekonstruktion sehen wir für einmal, buchstäblich, Konstruktion."


Foto: Dorothea Tuch

Idee, Konzept, Realisation: Schauplatz International. Mit: Martin Bieri, Anna-Lisa Ellend, Albert Liebl, Lars Studer. Konzept, Raum, Kostüme: raumlaborberlin (Axel Timm, Nicole Timm). Komposition, Schlagzeug: Martin Lorenz. Akkordeon: Silke Lange. Technik, Lichtdesign: Max Stelzl. Produktionsleitung: Ralf Grunwald, Eva-Maria Bertschy. Recherche und Vermittlung Italien: Anna Gubiani. Öffentlichkeitsarbeit: DON Kommunikation
Eine Koproduktion mit HAU Hebbel am Ufer Berlin, Schlachthaus Theater Bern, Dampfzentrale Bern, Kaserne Basel, Ringlokschuppen Mülheim.

«Bauen an den grossen Idealen» kulturagenda 24.03.2014:pdf

«Das Diskurstheater hält die Klappe» NZZ 11.01.2014:pdf

«Von der Absurdität des Idealismus» Der Bund 27.03.2014:pdf

«Schauplatz International - Idealisten» Berner Bär 01.04.2014:pdf

«Warum wirken Idealisten lächerlich» Ensuite Kulturmagazin 01.04.2014:pdf

«Ein windschiefes Denkmal» Der Bund 04.04.2014:pdf

«Idealismus ist die Zentralperspektive» derbund blogs 03.04.2014:pdf

«Ein Denkmal für den Idealismus» Berner Zeitung 05.04.2014:pdf