Schlachthaus Theater Bern
Kindertheater

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FRIDA FLIEGT AUS DEM KONZERT

Für Kinder und Kosmonauten ab 6

Vorstellungen: 14.01.2015 (Premiere) | 15.01.2015 (Schulvorstellung) | 16.01.2015 (Schulvorstellung) | 17.01.2015 | 18.01.2015

Spiel Ort: Schlachthaus Theater Bern // Saal

Der Notentext macht sich selbständig und fliegt davon, der Konzertflügel verwandelt sich in eine Rakete und startet Richtung Weltraum ...

Die Termine im Überblick:
14.1. Mittwoch 18:00 PREMIERE
15.1. Donnerstag 10:00 Schulvorstellung
16.1. Freitag 10:00 Schulvorstellung
17.1. Samstag 16:00
18.1. Sonntag 16:00
Stückdauer: Ca. 50 Minuten, keine Pause

Zum Stück
Ein Konzertflügel, eine Pianistin und eine Frau, die während des Konzerts die Noten umblättern soll. Soweit die Ausgangslage. Doch was als „ganz normales“ Konzert geplant war, gerät zunehmend aus den Fugen: Der Notentext macht sich selbständig und fliegt davon, der Konzertflügel verwandelt sich in eine Rakete und startet Richtung Weltraum und.... Moment, Stopp! Das geht doch gar nicht! Das kann nicht sein! Oder doch?
Die Musikerin Annekatrin Klein und die Puppenspielerin Frida Leon Béraud träumen in diesem Stück musikalisch wie szenisch den Traum vom Fliegen: Wie klingt das Weltall? Und auf wen trifft man nach einer Notlandung auf einem fremden Planeten?
Zum Glück kann die Musik auch helfen, wieder nach Hause zu fliegen, wenn es richtig gefährlich wird...

Zu den Hintergründen
Der Traum vom Fliegen gehört wohl zu den ältesten der Menschheit. Seine Konnotationen reichen von Fernweh über den Drang nach Freiheit bis zu Allmachtsphantasien. Nicht von ungefähr beschäftigen sich unter anderem unzählige Kinderbücher mit diesem Thema, bewegt es doch auch und gerade die kindliche Phantasie.
In den Künsten, insbesondere der Musik, lässt sich der Traum vom Fliegen als Versuch der Transzendenz deuten. Dies sowohl in metaphysischem Sinn, als auch auf sehr physische Weise: Die virtuose Beherrschung eines Instruments, die (scheinbare) Leichtigkeit kann das Publikum im Idealfall geradezu be-flügeln. Paradoxerweise bedeutet der Weg zu solchem Können zunächst eher Kampf mit der Materie als Schwerelosigkeit...
Der Konzertflügel ist für diesen Widerspruch sinnbildlich: Einerseits tonnenschweres technisches Gerät, andererseits ein Medium zur Transzendenz, buchstäblich gemacht zum Abheben. Seine Form, seine schiere Größe und sein kompliziertes Innenleben verbinden sich zu einer geheimnisvollen Aura, seine orchestralen klanglichen Möglichkeiten (einschließlich all der Sounds, die das Bespielen des Innenraums bietet) inspirieren die Phantasie. Er ist darum das zentrale Objekt der Inszenierung und wird von aussen wie innen von allen Seiten bespielt: Der Flügel beherbergt in unserer Inszenierung diverse, phantastische Figuren und Miniaturlandschafen, welche nach und nach mithilfe der Miniaturkamera entdeckt werden und z.T. auch selbst klingen, d.h. musikalisch und szenisch zum Einsatz kommen. Der Mikrokosmos weitet sich zum Makrokosmos...

Zur Musik
Zeitgleich mit der technisch-motorisierten Realisierung des alten Menschheitstraums vom Fliegen zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich auch die westlich - europäische Musik in andere Sphären aufgemacht. Während auf der Ebene der Tonsysteme, der musikalischen Sprache der Aufbruch ins Neue und Unbekannte stattfindet, werden das Fliegen, später die Erforschung des Kosmos auch ganz explizit als Vorgang von verschiedenen Komponisten des 20. Jahrhunderts musikalisch verarbeitet: So z.B. bei George Antheil, George Crumb, György Ligeti u.a.
Während der Traum vom Fliegen technisch Wirklichkeit wird, macht die kompositorische Sprache Wandlungen durch: Die schwebende Traumhaftigkeit weicht schwirrenden, z. T. mechanisch-futuristischen Klängen, die Musik beginnt die neu entstandenen Sounds und nervösen Rhythmen nachzuahmen, später die für menschliche Maßstäbe unvorstellbare Weite des Welt-Raums durch neue Klangeffekte (Präparierungen, Verstärken des Klangs) hörbar/ erfahrbar zu machen.

Unser Stück vollführt darum auf musikalischer Ebene einen Gleitflug durch charakteristische Musik des 20. Jahrhunderts, die in diesen thematischen Kontext gehört: Je weiter sich die Spielerinnen auf ihrer imaginierten Reise von der Erde weg, in die Fremdheit des Weltalls hineinbegeben, desto weiter fort bewegen sich die Klänge aus der tonalen Sprache, hinein in den faszinierenden Kosmos der unterschiedlichen musikalischen Ausdrucksformen des 20./21. Jahrhunderts. Von Musik, die vom Fliegen träumt, aber noch auf dem Boden/ den Tasten bleibt - hin zu Musik, die den ganzen (Klang-)Kosmos (nicht nur) des Flügels erforscht...

Gespielt werden kürzere Stücke/ Werkauszüge von Debussy, Gershwin, Bartok, Antheil, Crumb, Ligeti u.a. . Das musikalische Material der Originalkompositionen wird zudem durch elektroakustische Bearbeitung/ Verfremdung und improvisatorisches Spiel weiter entwickelt. Bislang ist ein grösserer Teil des gewählten Repertoires nur einer spezialisierten Hörerschaft bekannt. Es ist unser Ziel, durch die sinnfällige szenische Einbettung die gespielten Werke, ihren Witz und ihre faszinierende Klanglichkeit einem breiteren Publikum zu erschliessen.


Spielzeitheft Schlachthaus Theater Bern // Foto: Rob Lewis

Mitwirkende:
Idee/ Konzept / Produktionsleitung: Annekatrin Klein
Inszenierung: Marius Kob/ Antonia Brix
Sounddesign: Leo Hoffmann
Bühne/ Kostüm/ Lichtkonzept : Tassilo Tesche
Puppenbau: Frida Leon Béraud, Marius Kob

Besetzung:
Annekatrin Klein, Klavier
Frida Leon Béraud, Puppenspiel

Dank an: Franziska Henschel, Katharina Vischer, Schlachthaustheater Bern

Mit freundlicher Unterstützung von:
Stadt und Kanton Bern, Ernst Göhner Stiftung, Bürgi Willert Stiftung, Burgergemeinde Bern, Zunft zu Mittellöwen Bern, Migros Kulturprozent, Gesellschaft zu Ober-Gerwern Bern, Pro Helvetia

Die Schulvorstellungen werden ermöglicht durch die freundliche Unterstützung des Gfeller-Fonds.

«Dossier für Schulen zu FRIDA FLIEGT ...» :pdf