Schlachthaus Theater Bern
Theater

Volksbühne Basel:

SÖHNE

Vorstellungen: 28.01.2015 (Berner Premiere) | 29.01.2015 | 30.01.2015

Spiel Ort: Schlachthaus Theater Bern // Saal

Fünf Männer treffen zufällig in einem Imbiss aufeinander. Der zeitlose Ort wird für eine kurze Dauer zu ihrem Mittelpunkt der Welt.

Die Termine im Überblick:
28.1. Mittwoch 19:00 Berner Premiere
29.1 Donnerstag 19:00
30.1. Freitag 20:30

Zum Stück:
Fünf Männer - Söhne - auf verschiedenen Wegen unterwegs, treffen in einem Imbiss, an einem Bahnhof aufeinander. Züge donnern im Hintergrund an ihnen vorbei. Einer arbeitet hinter der Bar, der zweite wartet verloren mit einem Strauss Blumen auf eine Frau, der dritte wird ständig von seinem Handy gestört. Zwei Musiker spielen selbstvergessen zwischen Getränkekisten und Kühlschrank. Die Männer haben nichts gemeinsam und blieben einander fremd, würden sie nicht ins Gespräch kommen. Der zeitlose Ort wird für eine kurze Dauer zu ihrem Mittelpunkt der Welt.

In der Flüchtigkeit der Begegnung entwickelt sich eine fast somnambule Tiefe der Gespräche. Wie im Zug sitzt man nebeneinander, spricht über Privates, Intimes, Heikles, bis man unvermittelt wieder aussteigt. Bis dahin lassen sie sich Zeit. Sie hören aufmerksam zu, obwohl nie ganz eindeutig ist, ob sie miteinander oder zu sich selbst reden. Sie beobachten sich und scheinen das Gesagte doch nie zu bewerten. Sie nicken nicht mit den Köpfen und bekunden kein Mitgefühl. Hier gibt nicht einfach ein Wort das andere. Es ist ein schwer auszumachendes Impulssystem, das die Männer zum reden oder zum Musik machen bringt, manchmal im Einklang, manchmal sich knapp verfehlend. Ein System, das sich fein komponiert zusammenzieht und entlädt, entschleunigt und überraschende Finten schlägt.
Bruchlinien, Verluste, Hindernisse, Aufbruch, Ecken und Kanten prägen ihr
Leben. Sie suchen, sie fragen, stellen Fragen die jeder kennt. Die man selten sagt, meistens versteckt, oft erst recht vor sich selbst.

Die Schauspieler und Musiker von Söhne sind alle in der Hybridität heutiger „Kulturmischungen“ aufgewachsen, ihre Authentizität und Ursprünglichkeit liegt in den vielfältigen Erfahrungen, die sie gemacht haben, ihre Gemeinsamkeit in der Suche nach theatralen Ausdrucksformen. Söhne erzählt von den Kanten, Wunden, Abgründe und Freuden der Identitätskonflikte und Selbstbehauptunsprozesse. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, ohne schnelle Zuweisungen, Klischees, Wertung, Be- oder Verurteilung. In sorgfältiger und geduldiger Debatte, mittels biographischer Recherche, gesammelter Geschichten und mitentwickelter Musik als genuinem Ausdruck entsteht ein Theaterabend, der mit künstlerischen Mitteln das Zusammenleben in der heutigen urbanen Vielfalt spiegelt.


Auszug aus den Pressestimmen:

"Mit ihrem Stück "Söhne" gelingt der Basler Schauspielerin und Regisseurin Anina Jendreyko subtil und szenengewaltig ein Blick hinter allseits bröckelnde Kultur- und Migrationshintergrundkrusten." (Annette Mahro, Badische Zeitung, 30. Mai 2014)

"Das Theaterstück «Söhne» thematisiert Erfahrungen und Prägungen durch die Vorfahren und Eltern. Der Fokus liegt auf der Stadt, wo viele Kulturen zusammenleben und sich gegenseitig durchdringen. Diese Thematik ist programmatisch für die Volksbühne Basel." (Kaa Linder, SRF/Kultur, 3. Juni 2013)


Foto: Dominik Labhardt


Foto: Dominik Labhardt

Besetzung:
Spiel: Nadim Jarrar, Robert Baranowski, Orhan Müstak;
Regie und Text: Anina Jendreyko;
Musik: Haki Kilic, Delchad Ahmad;
Bühne: Pia Gehriger; Mitarbeit: Özlem Yilmaz; Kostüme: Cornelia Peter; Licht und Technik: Michel Jann; Regieassistenz: Marie Jeger;
Produktionsleitung: Pascal Moor.


Förderer und Sponsoren:
Swisslosfonds Basel-Stadt, Swisslosfonds Basellandschaft, Stanley Thomas Johnson Stiftung, Stiftung Edith Maryon, GGG, Basel, Stiftung bmu, Futurum Stiftung