Schlachthaus Theater Bern

Flinntheater :

SONGS OF THE T-SHIRT

Vorstellungen: 21.10.2015 (Schweizer Premiere) | 23.10.2015 | 24.10.2015 (Letzte Vorstellung!)

Spiel Ort: Schlachthaus Theater Bern // Saal

Du trägst ein T-Shirt auf deiner nackten Haut. Ist es «Made in Bangladesh»?

Alle Termine von Songs of the T-shirt


Du trägst ein T-Shirt auf deiner nackten Haut. Es ist «Made in Bangladesh». 32 Paar Hände sind es, die Dein T-Shirt anfassen, bis es fertig ist. Seit 2013 das Rana Plaza Gebäude in Dhaka eingestürzt ist und über 1000 Textilarbeiterinnen und -Arbeiter starben, plagt Dich ein diffus schlechtes Gewissen.

Shilpi kann sich durch die Arbeit an der Nähmaschine bald ihre eigene Hochzeit finanzieren, hat aber vom Einatmen der Fusseln Tuberkulose. Obwohl Naila zur Aufseherin befördert wurde, hat sie gerade gekündigt. Ein Star-Ökonom sieht im hochwertigen Textil-Export die Zukunft für ein stolzes und selbständiges Bangladesch. Eine Fabrikbesitzerin versteht die Arbeit an der Nähmaschine als Quelle von Unabhängigkeit und Würde der Frauen.

Das FLINNTHEATER hat in Dhaka T-Shirts genäht, Fussel eingeatmet, sich durch Streiks und Molotov-Cocktails navigiert – immer den Menschen auf der Spur, die unsere Kleider herstellen. Warum willst du lieber wieder 30 Dollar pro Monat statt 50 verdienen, Naila? Siehst du die nackte Frau auf dem T-Shirt, das du gerade nähst, Shilpi? Was bedeutet es für dich, in einer regelkonformen Fabrik zu arbeiten, Mumtaz?

«Songs of the T-shirt» ist eine theatrale Irrfahrt durch die globale Textilindustrie zwischen Emanzipation und Ausbeutung, Markt und Intimität, bengalischen Klageliedern und Upcycling-Mode. Interviews werden ein- und nachgespielt, Konsumoptionen durchgespielt und beständig die Kleidung gewechselt - immer der Frage folgend, ob es heute moralisch verwerflich oder erforderlich ist, ein T-Shirt «Made in Bangladesh» zu kaufen.

Weitere Infos unter www.flinntheater.com


Pressestimmen

«Der eindringlichste Moment des Abends gedenkt dem Unglück von Rana Plaza in Form eines "Stromausfalls": das Saallicht erlischt, es leuchten nur die Lämpchen an den Nähmaschinen. Aus der Dämmerung dringen Berichte von eingeklemmten und abgetrennten Gliedmaßen zum Publikum und von Urin, das vorm Verdursten rettet.» Eva Biringer, nachtkritik.de, 21.05.2015


Fotos: Alexander Barta


Performer: Lisa Stepf, Lea Whitcher & Sonata Regie: Sophia Stepf Musik: Andi Otto & Florian Hacke Kostüm: Philippe Werhahn Regieassistenz: Marie Winnie Wilka Technik: Susana Alonso Produktion: ehrliche arbeit - freies Kulturbüro

Eine Produktion von Flinntheater

Gefördert von Berliner Senat für kulturelle Angelegenheiten, Fonds Darstellende Künste, Hessisches Ministerium für Kunst und Wissenschaft, Kulturamt der Stadt Kassel, Gerhard-Fieseler-Stiftung

Recherchereise gefördert von Goethe-Institut Dhaka