Schlachthaus Theater Bern

Al-Midan Theater:

Parallele Zeit | Azaman al-Muazi

(Auf Arabisch, mit deutscher Übertitelung)

Vorstellungen: 03.03.2016 (Schweizer Premiere) | 04.03.2016 | 05.03.2016 | 06.03.2016 (Letzte Vorstellung!)

Spiel Ort: Schlachthaus Theater // Saal

Existiert ein würdevolles Leben in Gefangenschaft? Haben Gefangene ein Recht auf ein vollwertiges Leben? Dies Fragen thematisiert das palästinensische Al Midan Theater in Parallele Zeit, einem Stück über die Menschenwürde.

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Im Gefängnis wird die Bedeutung von Raum und Zeit hinfällig – wichtig ist nur noch die Erinnerung. «Parallele Zeit» erzählt die Geschichte von Wadie, einem politischen Gefangenen in einem israelischen Gefängnis. Wichtig ist nicht, weshalb er im Gefängnis ist, sondern es geht um die Ungewissheit und auch Absurdität eines Lebens hinter Gitter. Damit verbunden ist die Frage: Haben verurteilte Gefangene ein Recht auf ein vollwertiges Leben? Ein Recht auf Träume?

Wadie verliebt sich im Gefängnis in eine Besucherin. Das Publikum erfährt von der aufkeimenden Romanze durch die Frau, die Wadies ergreifende Briefe vorträgt. Gemeinsam mit seinen Mithäftlingen plant Waida‘, eine Oud (orientalische Laute) für die bevorstehende Hochzeitsfeier mit seiner Angebeteten Fidaa zu bauen.

Die Geschichte von Wadie und Fidaa ist fiktiv, orientiert sich aber am realen Fall eines palästinensischen Gefangenen in Israel. Das Stück wurde in Israel über einen längeren Zeitraum auf Arabisch aufgeführt, ohne dass es zu Problemen gekommen wäre. Nach einer Aufführung für ein breiteres Publikum, mit hebräischen Untertiteln, wurde das Stück plötzlich zum Politikum und sehr emotional diskutiert. In der Folge wurden dem Al Midan Theater die öffentlichen Gelder entzogen.

Mehr zur Debatte um das Stück: The New York Times (13. Juni 2015)

Medienstimmen:
««Es geht nicht um einen Kriminellen oder seine Taten. Ich folge weder dem israelischen Narrativ, das die Gefangenen als Terroristen behandelt, noch dem palästinensischen, das sie heroisiert», so Murkus. Denn beide Seiten würden darüber den Menschen dahinter vergessen.» Maximilian Pahl, Berner Woche/Der klein Bund , 3.3.2016

Beitrag Radio SRF 2 Kultur
, Theresa Beyer, 4.3.2016 (ab 7'15")


Foto © Habib Simaan


Von und mit: Bashar Murkus (Autor & Regie), Nahas Ayman, Morad Hassan, Shadi Fakher Eldeen, Eba Nasser Munder, Shaden Kanboura, Henry Andrawes, Doraid Liddawi, Idriss Al-Jay

Mit freundlicher Unterstützung von Stanley Thomas Johnson Stiftung und Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn