Schlachthaus Theater Bern
Theater

Cirque:

Das Lächeln am Fusse der Leiter

Vorstellungen: 11.09.2003

Spiel Ort: Gaswerkareal

frei nach Henry Miller, in einer Bearbeitung von Ueli Hirzel und Marco Morelli

Was passiert, wenn wir Zirkus denken, sagen, hören? Wie das Unerklärliche erklären, das Unfassbare fassen? Wie die Welt beschreiben, die sich auftut wie der rote Vorhang unter dem polnischen Orchester, wenn wir an das rossmistdurchsetzte Sägemehlrund denken, durch das Auguste stolpern im Ringen um das diskrete Lächeln auf den Sperrsitzen und um das haltlose Brüllen auf den billigeren Plätzen? ‚Das Lächeln am Fusse der Leiter' , von Henry Miller 1948 für Fernand Léger geschrieben, ist Zirkus und mehr: Der Text "ist ziemlich philosophisch. Ich glaube, er will uns sagen, dass es nichts Wertvolleres gibt, als man selbst zu sein. Und dass sich das rächt, wenn man sich in jemand anderem verstecken möchte, nur weil man sein eigenes Leben nicht mehr aushält." [Die Welt, 5.7.02] Henry Miller alias August ist der Protagonist dieser Geschichte. Sein Bemühen, sich selbst als einen anderen zu erfinden, erweist sich als unmöglich. Die Konsequenzen sind tragisch. Balancierend zwischen Selbstbetrug und Enttäuschung, Lüge und Verzweiflung erkennt August, dass er, um glücklich zu sein, nur der werden kann, der er ist.

Erzähler Marco Morelli; es spielen Mads Rosenbeck, Sky de Sela und Ayin de Sela; Konzept und Realisierung Ueli Hirzel, Mitarbeit Susanne A. Immekeppel und Carmen Blanco-Principal; Musik und Komposition Sébastien Apert; eine Aladin Produktion in Koproduktion mit dem Théâtre de Vidy Lausanne und ‚Fliegende Bauten' Hamburg

weitere Vorstellungen jeweils Do, Fr und Sa 20.30 h, So 19.30 h bis zum So 28. September 2003