Schlachthaus Theater Bern
Performance

An den Rändern der Performance Art:

Walter Siegfried & Wilhelm Ricchiuti (D): «tagesschau», Sands Murray-Wassink (USA), Robert Roos (CH).

Vorstellungen: 05.12.2009

Im Rahmen von: BONE 12 – Festival für Aktionskunst

Spiel Ort: Schlachthaus Theater Bern

BONE 12 möchte die Grauzone zwischen traditionellen Kunstsparten (wie Theater, Tanz, Oper, bildende Kunst) und der Performance Art erkunden. Wann ist z.B. eine theatralische Darbietung nicht mehr nur Theater, sondern wird zu etwas, was man Performance nennt? Es existieren viele alltägliche Darbietungen, die nicht als «Kunst» gedacht sind, die aber, wenn man sie in einem solchen Kontext erlebt, durchaus als Performance Art bezeichnet werden könnten. Es wurden verschiedene KünstlerInnen beauftragt, sich konkret mit den Rändern der Performance zu beschäftigen.
Zum Beispiel hatUrs Peter Schneider mit «Sternstunde» eine «Oper» geschaffen, die ohne anwesende Interpreten zur Aufführung kommt. An der Schnittstelle von Tanz und Performance arbeiten die Kanadierin Robin Pointras, Eva Fuhrer aus Bern, Katharina Vogel aus Biel und Stefanie Grubenmann aus Basel.
Walter Siegfried, ein klassischer Sänger aus München, singt mit Piano-begleitung an zwei Abenden punkt 20:00 die «Ernsten Gesänge» von Johannes Brahms. Dazu läuft die Tagesschau der ARD auf Grosslein-wand ohne Ton.
Schauplatz International und Ralf Samens haben den Auftrag bekommen, sich unabhängig voneinander mit dem Thema des Festivals auseinanderzu-setzen.
Sands Murray-Wassink ist Sammler von Parfums und besitzt über 400 Fläschchen. Er klärt das Publikum über Duftnoten auf und sagt jedem, der will, welches spezielle Parfum zu ihm passt.
Weiter wird der Vizeweltmeister im Natural Bodybuilding, Robi Roos aus Luzern, auftreten und Teile seiner Präsentation zeigen.
Boris Nieslony wird in der Aula des Progr sein «Ballonstück» in einer
8-stündigen Performance am Sonntag zur Aufführung bringen. Diese «bewegte Installation» besteht aus sehr vielen grossen, mit Helium gefüllten Ballons, die langsam, den Luftströmungen folgend, durch den Raum schweben und immer wieder neue Konstellationen bilden. An jedem Ballon ist ein Säckchen Salz befestigt, das die Luftfeuchtigkeit auf-nimmt, schwerer wird und den Ballon zur Erde zurückbringt. Nieslony nimmt etwas Salz weg, der Ballon schwebt wieder höher und das ganze Spiel beginnt von vorne.
Jürgen O. Olbrich führt den ZuschauerInnen seine «Tischgalerie» vor, die Originale in Kleinstformat von über 500 Künstlern enthält.
Die beiden jungen Luzerner Lipp&Leuthold (Fastkunst) werden am Sonntag ihre «Ware» verkaufen. Wenn der Kunde etwas aus ihrem reichen Angebot bestellt, wird das Gewünschte im Eiltempo gemalt und der Käufer bekommt z.B seine Curry-Wurst als Bild, das er mit nach Hause nehmen kann.
Jason Lim ist ein Performer/Kerami-ker aus Singapore, dem es bei seiner Arbeit nicht um ein Endprodukt (z.B Vase etc.) geht sondern um den Prozess des Erschaffens, bei dem er seinen ganzen Körper als Werkzeug einsetzt.
Valerian Maly & Klara Schilliger werden eine automobile Performance in den Strassen Berns zeigen (im Stadtraum zu verschiedenen Zeiten).
www.bone-performance.com