Schlachthaus Theater Bern
Literatur

DENKPLATZ DIASPORA:

Lesung von Hanan al-Shaykh. Auf Deutsch und Arabisch

Vorstellungen: 17.03.2005

Im Rahmen von: DENKPLATZ DIASPORA

Spiel Ort: Schlachthaus Theater

Die im London lebende libanesische Autorin («Ein Tag im Exil») und scharfe Beobachterin gesellschaftlicher Phänomene liest aus ihren Werken.

Hanan al-Shaykh verliess 1975 wegen des Bürgerkriegs ihre Heimatstadt Beirut, wo sie als Journalistin gearbeitet hatte, lebte zunächst in Saudi-Arabien und siedelte 1982 nach London über. Wohin sie kommt, überall beobachtet sie scharf, beschreibt die wahrgenommenen gesellschaftlichen Phänomene sensibel, aber mit unerbittlicher Klarheit und ohne Scheu vor Tabus (weshalb ihre Bücher in arabischen Ländern zum Teil verboten sind). Seit sie in England lebt, beschäftigen sie auch die Lebenswelten der dortigen arabischen Einwanderer: «Zurück aus der Stadt (London) verziehe ich mich [...] glücklich wieder in meinen Winkel und schreibe ein Stück, mit dessen Figuren, allesamt ihrer arabischen Heimat entfremdet, ich in einfachen, armseligen Behausungen oder attraktiven goldenen Kabinetten zusammenlebe. Mit ihnen entwerfe ich Bilder vom Verlorensein, vom Gefühl fehlender seelischer und materieller Geborgenheit, von Einsamkeit und Alter, vom Erstaunen, vom machtvollen Ankämpfen gegen Familienzerfall und Entwurzelung. Ich schenke ihnen den Papagei, der nicht vergisst, und die zutrauliche sanfte englische Taube, die vom arabischen Essen kostet» (Ein Tag im Exil, 1995).