Schlachthaus Theater Bern
Theater

Matterhorn Produktionen:

Der Versuch, die Romanza der Eluvies von Alfred Wälchli zu spielen

Vorstellungen: 18.01.2006 | 20.01.2006 | 21.01.2006 | 22.01.2006

Spiel Ort:

Das grosse Spiel des Schicksals und der Liebe in eine skurrile Operette verpackt, in einer Sprache, wie man sie noch nie gehört hat. In der Regie von Ursina Greuel.

Im noblen «Hotel zum Grossen Hunger und Durst», Besitz der Zeitungsherausgeberin Saliva, finden traditionsgemäss pompöse Königshochzeiten und Königskrönungen statt. Zum Wohle des Hotels und zum Wohle der Presse. Nun droht dem Hotel der Konkurs und die unfreundliche Übernahme durch Pressemagnat Cerberus, es braucht dringend ein zur Trauung und Krönung geeignetes Paar. Nicht so einfach auf die Schnelle zu kriegen. Die Reporterin Eluvies, bemüht, das Geschehen festzuhalten, gerät selbst mehr und mehr in den Lauf der Dinge und findet sich am Altar als Gegenstand ihres eigenen Berichts wieder. Im Zofingen geboren (1922) und gestorben (2003), galt der Dichter und Komponist Alfred Wälchli lange nur als nettes Original. Eine Anerkennung kam erst kurz vor seinem Tod. Die Matterhorn-Leute und Michael Spahr (Videoanimationen) sind in den Sog der Wälchli'schen Sprachwelten hineingeraten. Wälchli lesen und nichts verstehen. Wälchlis Sprache hören, und alles ist fraglos selbstverständlich wie im Traum. «ich bin das ringel, ich bin das raetsel, ich bin die wahrheit! wer koenig wird hat raetsel loest hat wahrheit leibst und hand n haelt in schlund mir, dem wird sie zu purpurnm gold, umen finger blitzend amn reifen en stein der weisen! wer spieler speuzer spreuer ist und hand n haelt in schlund mir, schnodderschnuder dem wird sie ab bissen!» Weil ihm die Deutschlehrer einst sagten, er beherrsche kein gutes Deutsch, entwickelte Wälchli eine eigene Sprache, die Dialektales, Hochsprachliches und antike Satzumstellungen vermischt. Roman Brotbeck, Musikwissenschaftler und Leiter der Abteilung Musik der HKB, sagte über den Autor. «Das Werk von Alfred Wälchli gehört für mich zum Eigenständigsten, Kreativsten und Wichtigsten, was in der Schweiz in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden ist. Dass Alfred Wälchli fast 80 Jahre alt werden musste, bis er an den Solothurner Literaturtagen auftreten konnte und dass er erst an der Biennale Bern 2003 mit einer Arbeit von Leonie Stein in einem internationalen Kontext präsentiert wurde, stellt den Kulturverantwortlichen dieses Landes kein gutes Zeugnis aus.»




Mit Stina Durrer, Sabina Frey, Franziska von Fischer, Thomas U. Hostettler, Kristian Krone, Markus Mathis, Oliver Meier. Regie: Ursina Greuel. Ausstattung: Catharina Strebel. Visuals: Michael Spahr (Optickle). Licht: Jens Seiler. Eine Matterhorn Produktion in Koproduktion mit dem Theater Tuchlaube Aarau, dem Fabriktheater Rote Fabrik Zürich und dem Schlachthaus Theater Bern.