Schlachthaus Theater Bern
Theater

Luzerner Theater:

Die sieben Leben eines Sportkameraden

Vorstellungen: 15.03.2006 | 16.03.2006

Im Rahmen von: BLICKFELDER. DAS THEATERFESTIVAL FÜR EIN JUNGES PUBLIKUM. Theater soll wie Fussball sein.

Spiel Ort: Schlachthaus Theater

Drei Akte, drei entscheidende Momente im Leben des Fussballers Paolo di Canio: sein erstes Tor im Römer Derby 89, die Verleihung des Fair Play Preises 01, sein «römischer Gruss» an die Lazio-Fans 05. Ein Stück, das sich Gedanken macht.

«Sonntag, 15. Januar 1989. Ein Déjà-vu: Die Nummer 9 beflügelt und zügellos auf dem Weg zur Curva Sud, dumpf und stumpfsinnig. Unverfroren und frech, mit dem Finger zum Himmel zeigend. Spott und Bewusstlosigkeit. Das ist Paolo di Canio.» Der zu Gewaltexzessen neigende Spieler schlägt einen Schiedsrichter nieder, zeigt sich uneinsichtig und akzeptiert auch das folgende Urteil des Fussballverbands nicht. Aus seiner Bewunderung für Alessandra Mussolini und seinem Hang zu rechten Ideologien macht er kein Hehl. Obwohl das, wie auch der emporgestreckte Arm, mit dem er 2005 in faschistischer Tradition seine Fans in Rom grüsst, ihm immer wieder erhebliche Schwierigkeiten einträgt. Di Canio erscheint nicht im Stück. Aber sieben Figuren. Sie verkörpern das, was die sieben Leben des Paolo di Canio ausmachen, nämlich Haltungen und Konflikte, die dem eigentlichen Protagonisten zuzuschreiben sind. Es sind Konflikte, die den Fussball, wie wir ihn kennen, beschreiben und die ihn als eine martialische Ideologie unserer Gesellschaft kennzeichnen.


Von Andri Beyeler und Martin Bieri. Mit: Anna Egger, Marlise Fischer, Kirsten Hartung. Regie: Petra Lammers. Dramaturgie: Caroline Weber. Bühne und Kostüme: Julia Libiseller. Eine Koproduktion mit dem Festival Blickfelder.