Schlachthaus Theater Bern
Theater

Grenzgänger:

Checkpoint – Israel-Palästina in unseren Köpfen

Vorstellungen: 25.02.2010 | 26.02.2010 | 27.02.2010

Spiel Ort: Schlachthaus Theater Bern

Eine Reise mit Tagebuch und Videokamera durch Israel und die besetzten Gebiete.

Das Stück Checkpoint nimmt sein Publikum mit auf die Recherchereise zweier fiktiver junger Schweizer nach Israel und die besetzten palästinensischen Gebiete. Ist es möglich, in diesem angespannten Themenkomplex eine Wahrheit jenseits von Gut und Böse zu finden? Oder geht angesichts der Unmengen individueller Wahrheiten jegliche Unschuld verloren? Die Antwort liegt am Ende beim Publikum.
Alles, was irgendwo geschieht, wird dadurch, dass derjenige, der dabei war und es weiterberichtet, verändert. Die von aussen so klar erscheinende Dualität – hier die Israelis dort die Palästinenser, hier die Besatzer, da die Opfer, die sich nur mit Terroranschlägen wehren können – tritt hinter ein weitaus komplexeres Bild zweier heterogener Gesellschaften, in denen individuelle, auch widersprüchliche Lebenswahrheiten wichtiger sind. Das Stück vollzieht diesen Balanceakt zwischen gelebter und gefühlter Realität und fordert sein Publikum zu ständiger Wachsamkeit.
Vor der Reise aufgebaute Kontaktnetze sowohl auf israelischer wie auch auf palästinensischer Seite ermöglichen es uns, mit Menschen, die dort leben, unterwegs zu sein. Bei ihnen zu wohnen, mit ihnen zu essen, zu trinken, zu lachen und zu weinen. So führt die Suche hin zu individuellen Wahrheiten, die sich aus dem Kontakt mit den Menschen ergeben, aus ihrem Leben und ihren Geschichten.

Im vollen Bewusstsein der eigenen Rolle als Aussenstehende lernen wir, damit umzugehen, diese Position als Befreiung und nicht als Einschränkung zu verstehen. Denn dadurch, dass wir von aussen kommen, ist es für uns leicht möglich, mit Menschen auf Israelischer und auf Palästinensischer Seite zu sprechen. Menschen, die einander selbst wahrscheinlich nie begegnen können. Wir können zulassen, dass Israel-Palästina mit uns umgeht, uns beeinflusst, in uns eindringt. Und wir können versuchen, zu verstehen, was jenseits aller bekannten Fakten und Berichte der menschliche Kern dieses Konflikts ist. Und dass ein wesentlicher Teil dieses Kerns das ist, was in unseren eigenen Köpfen an Konflikten und Projektionen abgeht.


Mit Elisabeth Rolli, Hagar Admoni-Schipper, Marion Lindt, Yves Wüthrich. Regie: Julian M. Grünthal. Regiemitarbeit: Bettina Glaus. Raum: Barbara Pfyffer. Mitarbeit Bühnenbild, Videoinstallation: Corina Schwingruber. Licht: Markus Güdel. Tonspur: Giancarlo Della Chiesa. Dramaturgie: Boris Brüderlin, Martina Scherler. Produktionsassistenz: Annja Winter. Grafik: Sarah Infanger.

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