Schlachthaus Theater Bern
Theater

FAX AN MAX:

Peter der Zweite

Eine Produktion aus dem Dramenprozessor

Vorstellungen: 16.03.2010 (Probier-Mich-Preis) | 18.03.2010 | 19.03.2010

Spiel Ort: Schlachthaus Theater Bern

Der Aufstieg und Fall eines Menschen, der um jeden Preis Präsident werden will. Eine schwarze Komödie von Gaël Roth.

Peter der Zweite will unbedingt Präsident werden. Um dieses Ziel zu erreichen, ist ihm jedes Mittel recht. So heiratet er seine Ex-Freundin Aline und nicht die attraktive Natascha, denn Alines Vater ist der Präsident des Landes - jedenfalls noch. Als Alines Vater stirbt, scheinen Peters Wünsche in Erfüllung zu gehen. Nach und nach manipuliert er sein gesamtes Umfeld und schafft sich ein absurdes Phantasiereich, in dem er die Regeln bestimmt. Wer nicht mittut im Peters Spiel, bleibt auf der Strecke. Nichts scheint ihn stoppen zu können. Aber ein Krippenspiel wird ihn zu Fall bringen.
Im Emporkömmling, der bar aller Empathie für seine Mitmenschen mit totalem Einsatz seine Selbsverwirklichung vorantreibt, im Diktator, der sich so ernst nimmt, dass er schon wieder komisch wirkt, darf man natürlich bekannte Figuren erkennen. Aber Peters grössenwahnsinnige Ambition wäre nicht zu erreichen, würden nicht viele Figuren mithelfen, den Phantasiestaat zu bauen. Wie im vorigen Stück "Kim Jong Il - Der ewige Sohn" lotet das Kollektiv FAX AN MAX den Machtmissbrauch mit den Mitteln der Groteske aus.

Zuerst hatte der junge Autor Gaël Roth nicht die Absicht, eine Komödie zu schreiben. Er dachte an ein Stück über Macht, suchte seine Inspiration bei Shakespeares "Richard der Dritte" und "Macbeth" und sammelte Material über aktuelle politische Debatten. Dabei fiel ihm das tragische, lächerliche Verhalten, die ungewollte Komik mancher Exponenten auf. "Ich fragte mich, was Menschen eigentlich nach Macht streben lässt. Das kindliche, oder eher kindische Verhalten gewisser Politiker liess mich die Antwort in der frühen Kindheit suchen. Dies ist selbstverständlich eine total klischierte, pseudo-freudianische Herangehensweise. Ich wollte - frei nach Karl Poppers "Die offene Gesellschaft und ihre Feinde" - den Respekt vor Machtmenschen verlieren und damit auch dem Publikum die Gelegenheit dazu bieten. Dafür schien mir die einfache überhöhte Form einer Komödie für den scheinbar komplexen Sachverhalt Macht am besten geeignet."


Von Gaël Roth. Mit: Nikolaus Schmid, Silke Geertz, Cathrin Störmer, Samuel Streiff, Silvester von Hösslin. Regie: Manuel Bürgin. Ausstattung: Kathrine von Hellermann. Musik: Sandro Corbat. Dramaturgie: Ursina Höhn. Licht/Technik: Michael Omlin, Stefan Marti, Daniel Müller. Grafik/Fotos: Katrin Ritz. Regieassistenz: Elvira Isenring. Produktionsleitung: Myriam Zdini. Eine Produktion FAX AN MAX in Koproduktion mit dem Theater Winkelwiese Zürich, Theater Roxy Birsfelden und Schlachthaus Theater Bern.

Das Kollektiv FAX an Max wurde 2008 von Regisseur und Schauspieler Manuel Bürgin zusammen mit der Bühnenbildnerin Kathrine von Hellermann und dem Musiker Sandro Corbat gegründet. Zum Kernteam gehören auch die Schauspielerin Cathrin Störmer und der Schauspieler Samuel Streiff. FAX AN MAX vereint Erfahrungen aus der freien Szene, dem Stadttheater- und dem Performancebereich, um eine Symbiose aus unterschiedlichsten Theaterbildern und Herangehensweisen an einem Stoff zu schaffen. Alle Mitglieder von FAX AN MAX verbindet eine langjährige Arbeitsbeziehung.

Der Dramenprozessor wird vom Theater Winkelwiese zusammen mit dem Schlachthaus Theater Bern und dem Theater Roxy Birsfelden durchgeführt. Während eines Jahres entwickeln vier Autoren ein bühnenreifes Stück und werden dabei von einem Team kompetenter Theaterfachleute begleitet. Aus jedem Jahrgang werden ein bis zwei Stücke ausgewählt, die in den koproduzierenden Theatern uraufgeführt werden. Seit der Gründung vor neun Jahren hat sich der Dramenprozessor, geleitet von Stephan Roppel und Erik Altorfer, als renommiertes Autorenförderprojekt etabliert.

«Für immer Schaf.pdf» :pdf

«Das Schaf im Präsidentenpelz.pdf» :pdf

«Peter der Zweite Interview von Lukas Vogelsang.pdf» :pdf