Schlachthaus Theater Bern
Musiktheater

Schlaefli/Valat:

Les rituels barbares

Vorstellungen: 08.02.2007 (Uraufführungs-Produktion. Premiere) | 09.02.2007 | 10.02.2007 | 11.02.2007

Spiel Ort: Schlachthaus Theater

Eine Musik-Theater-Performance von Astride Schlaefli. Basierend auf dem Mordfall, der in den Dreissiger Jahren Frankreich schaudern liess und Jean Genêt zu «Les Bonnes» inspirierte. Auf Deutsch und Französisch.

Am 2. Februar 1930 entdeckte die Polizei in einem bürgerlichen Haus in Le Mans die Leichen von Frau Lancelin und deren Tochter. Ihre Körper waren fürchterlich verstümmelt. Die Hausangestellten, die Schwestern Christine und Léa Papin, wurden eng aneinandergeschmiegt im Bett im zweiten Stock gefunden. Sie gestanden unumwunden. Ein klarer Fall. Ein lauter Fall. Die Vorstellung, dass ausgerechnet Dienstmädchen, die ihre Arbeit zum Wohle der Herrschaft im Herzen der Häuser leise verrichten, Todesgefahr bedeuten, jagte der Nation einen Schauder über den Rücken. Nur wenige aber fragten damals nach den Beweggründen und nach der seelischen Krankheit, an der Christine Papin offensichtlich litt und an der sie ein paar Jahre später starb. Mit Text- und Musikfragmenten, mit Dias aus «Archiven und Pseudo-Archiven» erfinden Astride Schlaefli und Claire Valat, einer ruhigen und verrückten Logik folgend, die geschlossene Welt zwei entgleisender Frauen. Und der Wahnsinn, der in den Zwängen der Dienstmädchenerziehung steckt, in den alltäglich sich wiederholenden Aufgaben, die den Tagesablauf und das ganze Leben sinnlos bestimmen, wird auf der Bühne sichtbar. Das Projekt der jungen Bieler Komponistin und Regisseurin Astride Schlaefli wurde beim Nachwuchswettbewerb PREMIO 06 mit dem zweiten Preis ausgezeichnet.



Bilder: Fabrice Nobs

Eine Musik-Theater-Performance von Astride Schlaefli. Mit Astride Schlaefli und Claire Valat. Oeil extérieur: Cisco Aznar. Bühne: Armée du Salut und Croix Rouge. Licht: Mathias Keller. Technik: Lola Rosarot/Denise Mast. Grafik/Fotos: Fabrice Nobs. Produktionsleitung: Michael Röhrenbach. Musik: französische Chansons aus den 30er Jahren, ABBA und Franz Schubert. Texte: Auszüge aus «Les Bonnes» von Jean Genêt, «Les motifs du crime paranoïaque. Le crime des sœurs Papin» von Jacques Lacan, Fragmente von Paul Eluard, Benjamin Péret und Simone de Beauvoir, Home&Hobby- und Védia-Kataloge. Eine Koproduktion mit dem Schlachthaus Theater Bern.