Schlachthaus Theater Bern
Theater

Theater Marie:

Die leuchten in der Nacht

Vorstellungen: 21.04.2010 (Berner Premiere) | 23.04.2010 | 24.04.2010

Spiel Ort: Schlachthaus Theater Bern

Von Gerhard Meister. Ein Unfall in einem Schweizer AKW und seine Folgen - das kann man sich kaum vorstellen... Stimmt, also versuchen wir es.

Es gibt einen einzigen politischen Entscheid, mit dem die Zerstörung des ganzen Landes bewusst in Kauf genommen wird: Den Beschluss, Atomkraftwerke zu betreiben oder neu zu bauen.
Tschernobyl ist lange her, ein Supergau hat sich seither nicht wiederholt, der Klimawandel hat der Atomindustrie einen scheinbar unschlagbaren Joker in die Hand gespielt. Deutschland probt den Ausstieg aus dem Ausstieg, die Gesuche für den Bau neuer AKWs in der Schweiz sind beim Bundesrat hinterlegt, selbst in Weissrussland, das zu einem Viertel verstrahlt ist, gibt es Pläne für eine neues Atomkraftwerk. So sieht die neue Lage in Sachen Kernenergie aus. Aber die Atomkraft ist ihre beiden monströsen Pferdefüsse nicht losgeworden. Noch immer würde keine Versicherung der Welt einen Supergau versichern, noch immer gibt es für radioaktiven Abfall nirgends ein Endlager. Besonders beunruhigend sind die Bemühungen der Atomindustrie, die Betriebsfristen für schon bestehende Werke um Jahrzehnte zu verlängern. Niemand behauptet, dass Atomkraftwerke sicherer werden, indem sie altern. Aber eben: amortisierte Atomkraftwerke sind für die Elektrokonzerne regelrechte Geldschleudern mit Gewinnen von einer Million Franken pro Tag.

Aus den Kontakten zwischen Theater Marie und weissrussichen Künstlerinnen und Künstlern ist eine gemeinsame Theaterarbeit entstanden: «Erste Liebe» wurde Anfang des Jahres auch im Schlachthaus Theater Bern gespielt. Als die Aargauer Theatergruppe letzten Frühling von der Reise nach Weissrussland zurückkam, liessen sich gewisse Bilder vom Katastrophengebiet Tschernobyl nicht gut vergessen. Der Kühlturm von Gösgen ist auch schwierig zu ignorieren. Und die von der Gemeinde verteilten Jodtabletten... Da bestellte Theater Marie bei Gerhard Meister ein Stück zum Thema Atomkraft.


Von Gerhard Meister. Mit Miriam Japp, Francesca Tappa/Dorothée Müggler, Philippe Graber und Herwig Ursin. Regie: Nils Torpus. Dramaturgie: Myriam Zdini. Regieassistenz: Irina Starmanns. Bühne: Renato Grob. Kostüm: Nic Tillein. Licht und Technik: Andy Giger. Bildbearbeitung: Roland Schmidt. Grafik: Ursina Völlm & Martina Walthert. Produktion: Markus Speck.
Eine Koproduktion von Theater Marie mit dem Theater Tuchlaube Aarau, dem Theater an der Winkelwiese Zürich und dem Schlachthaus Theater Bern.

Gerhard Meister hat für seine Theaterstücke («Mieschers Traum», «Der Entenfreund», «Fluchtburg», «Hugos schöner Schatten») zahlreiche Preise und Stipendien erhalten. Das Stück «Amerika», das er fürs Theater Marie geschrieben hat, wurde mit dem Literaturpreis des Kantons Bern 2009 ausgezeichnet. Weiter schreibt Gerhard Meister Hörspiele für Radio DRS-2 (zuletzt die Evolutionssatire «Naturkunde für Altweltaffen») und hat auch schon Romane fürs Theater adaptiert. In der Autorengruppe «Bern ist überall» steht er mit seinen Texten auch selber auf der Bühne. Gerhard Meister stammt aus dem Emmental und lebt heute in Zürich.

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