Schlachthaus Theater Bern
Literatur

sprach‘FORM präsentier:

Fuad Rifka

Vorstellungen: 10.02.2008

Spiel Ort: Schlachthaus Theater

Ein Sonntagvorabend mit dem libanesischen Dichter, Übersetzer deutscher Lyrik ins Arabische und Philosophieprofessor. Mit anschliessendem libanesischen Aperitif. Im Schlachthaus Keller.

Fuad Rifka, 1930 in Syrien geboren, übersiedelte in den vierziger Jahren mit seiner christlichen Familie in den Libanon. Er studierte Philosophie in Beirut und promovierte über die Ästhetik von Heidegger in Tübingen. Seit 1966 unterrichtet er Philosophie an der Lebanese American University Beirut. Diese Tätigkeit wurde durch zahlreiche Lehr- und Forschungsaufenthalte in den USA, Grossbritannien, Italien und Deutschland ergänzt. Sein leidenschaftliches Interesse für deutsche Dichter und Denker geht auf eine zufällige Entdeckung im Beiruter Goethe Institut zurück. Rifka stiess dort auf eine englische Ausgabe der «Duineser Elegien» von Rilke. Dieser Gedichtband beeindruckte ihn nachhaltig und weckte in ihm den Wunsch, «deutsche Lyrik ins Arabische zu übersetzen, um sie der gesamten arabischen Welt zugänglich zu machen». Die Übertragung von zeitgenössischer Dichtung ins Arabische war auch eines der erklärten Ziele des Kreises um die avantgardistische Lyrikzeitschrift «Shi'r»(= Poesie), die 1957 u.a. von Yusuf al-Khal, Adonis und Fuad Rifka ins Leben gerufen wurde. Das zentrale Anliegen von «Shi'r» war nichts Geringeres als die Revolutionierung der klassischen arabischen Dichtung, die strengen formalen und thematischen Regeln unterworfen ist, hin zu einer freieren, experimentellen Lyrikkunst. Sein erster eigener Gedichtband erschien 1961. Weitere Gedichte und Essays sowie Übersetzungen aus dem Deutschen (darunter Goethe, Hölderlin, Novalis, Rilke und Trakl) und aus dem Englischen folgten. Rifka war auch an einer arabischen Übersetzung der Bibel beteiligt, die 1993 erschien. Auf Deutsch sind «Tagebuch eines Holzsammlers» (1990), «Gedichte eines Indianers» (1994) und «Das Tal der Rituale» (2002), eine zweisprachige Ausgabe einer Auswahl von Gedichten der letzten fünfzehn Jahre erschienen. (Quelle: Internationales Literaturfestival Berlin)


sprach‘FORM ist der neue Name für die von Hans Ruprecht und Raphael Urweider kuratierten und organisierten Literaturveranstaltungen.