Schlachthaus Theater Bern
Unbekannt

oyun deposu:

Hässliches Menschlein

Vorstellungen: 08.11.2008 | 09.11.2008

Im Rahmen von: FESTIVAL CULTURESCAPES TÜRKEI

Spiel Ort: Schlachthaus Theater

Das erste Stück der 2007 gegründeten Istanbuler Gruppe folgt den alltäglichen Spuren der politischen Polarisierung in der Türkei der letzten Jahre. Drei Frauenfiguren - eine Frau mit Kopftuch, eine Kurdin, einer Lesbe - erzählen...

Die freie Theatercompagnie oyun deposu (Stückdepot) wurde im Oktober 2007 von der Tänzerin und Choreographin Maral Ceranoglu, der Dramaturgin Ceren Ercan und den Schauspielerinnen Yelda Baskin, Gülce Ugurlu und Elif Ürse aus dem Drang nach einer Auseinandersetzung mit gegenwärtigen Themen gegründet, wobei das Streben nach einer zeitgenössischen und innovativen Haltung den Mittelpunkt der künstlerischen Zusammenarbeit bildet. Mit ihrem ersten Stück «Hässliches Menschlein» folgt die Compagnie den alltäglichen Spuren der in den letzten Jahren politischen Polarisierungen im Alltag nach. Das Stück behandelt den Entstehungsprozess der Identität anhand von drei Frauenfiguren, d.h.: einer Frau mit Kopftuch, einer Kurdin und einer Lesbe. Die grundsätzlichen Berührungspunkte in den sich miteinander sonst fast nicht kreuzenden Leben der Figuren sind die Zustände, wo alle drei mit den selben Vorurteilen und Eingriffen der Gesellschaft konfrontiert werden. Somit betont das Stück die Gleichheit der von der Gesellschaft auf die Figuren ausgeübten Handlungen, obwohl sich die Identitäten der drei Personen voneinander unterscheiden. Die Struktur des Stückes, das durch wirkliche Erfahrungen sowie Improvisationen zu Stande gekommen ist, basiert auf Hans Christian Andersens Märchen «Das hässliche Entlein», wobei die Differenzierung und Distanzierung des Anderen bzw. des Fremden mit der Bezeichnung «hässlich» identifiziert ist. Demzufolge stützt sich das Stück auf eine zeitlose und globale Ebene, die alle mögliche Arten von dem Begriff des Anderen bzw. des Fremden umfasst. Im Gegenteil zu der Ente, die sich beim Märchen über ihre Gefühle nicht ausspricht, machen «die hässlichen Menschleine» des Stückes die Spuren von den Sachen, die sie seit ihrer Kindheit erleben sowie von den Akten der Macht und des Drucks, mit denen sie immer wieder konfrontiert werden, sichtbar. Das Stück, wobei Andersens Märchen in einer innovativen Weise dekonstruiert wird, stellt statt einer dramatischen Struktur eine fragmentierte Struktur dar, die sich auf die Möglichkeiten der Bewegung beruht.


Konzept: oyun deposu. Kreatives Team und Besetzung: Yelda Baskin, Gülce Ugurlu, Elif Ürse. Regie: Maral Ceranoglu. Dramaturgie: Ceren Ercan. Kostüme: Tomris Kuzu. Licht: Cem Yilmazer. Musik: Gevende.