Schlachthaus Theater Bern
Literatur

sprachFORM präsentiert:

Serhij Zhadan, Jurij Andruchowytsch, Pedro Lenz und Raphael Urweider

Vorstellungen: 14.03.2009

Spiel Ort: Schlachthaus Theater

Die Ukraine ist noch nicht in Europa angekommen. Die Schweiz erst recht nicht. Berichte, Geschichten und Gedichte aus Zentren des Randes.

Die Ukraine interessiere ihn nicht, sagt der Kölner Entertainer Harald Schmidt und grinst. Und alle, die ihm zugucken, grinsen mit. Ja, die Ukraine: Grenzland, Randzone, Rand der angeblich «zivilisierten Welt», das klingt nach Kulturlosigkeit, nach verfilzten Wollmützen. Dabei ist die Ukraine die Bronx Europas. Wir lernen hier, dass Literatur etwas mit Geografie zu tun hat, mit dem Staub, dem Licht, dem Dreck eines bestimmten Territoriums. Mit Orten wie Brody, Gegenden wie Galizien, Gebirgen wie den Karpaten, mit Flüssen, Wasserscheiden und alten k. & k. Eisenbahnlinien. Literatur hat einen Ort - und zwar umso bildhafter und eindrücklicher, je weiter sie sich vom westlichen Zentrum entfernt, dem chromverspiegelten Hochglanz des uns Bekannten. Jurij Andruchowytsch sagt «Im Osten sind wir eine Grenzzone zwischen Europa und Nicht-Europa. Eine Art Vorhölle zwischen zwei Welten»


Serhij Zhadan

Dies wird der erste gemeinsame Auftritt von Pedro Lenz, Raphael Urweider und den beiden wichtigsten und populärsten Ukrainischen Autoren Serhij Zhadan und Jurij Andruchowytsch. In Lesung und Gespräch sollen die Schweiz und die Ukraine beleuchtet werden, Lebensgrundlagen und Arbeitsbedingungen kommen zur Sprache, Dialekte, Fremdsprachiges und Übersetzungen fliegen hin und her.