Schlachthaus Theater Bern
Theater

Theater Freiburg (D:

Bagdad brennt

Vorstellungen: 26.04.2009 | 27.04.2009

Im Rahmen von: AUAWIRLEBEN «BLESSED PLACES – PLACES BLESSÉES»

Spiel Ort: Schlachthaus Theater

Ein Videogame in einem Stück über den realen Krieg.

Wir kennen den Irakkrieg aus westlicher Sicht. Er war embedded in unseren Wohnzimmern auf eine Distanz vom Sofa zum Fernsehschirm. Wir waren beteiligt an den Bildern, nie zuvor waren wir so nah dran, und doch bleiben es ferne Bilder und der Irak bleibt uns fern. Das online Tagebuch «Baghdad Burning» lässt Bilder entstehen, die anders wirken, aufgenommen aus der Perspektive des Kriegsalltags einer jungen Irakerin. Unter dem Pseudonym «Riverbend» stellt sie seit dem 17. August 2003 ihre Realität des Krieges in einen Weblog, sehr persönlich, sehr präzise, sehr konkret emotional. Wie sie den «Befreiungskrieg» real als Okkupation erfährt, Sicherheitsvorkehrungen als entwürdigende Razzien und antiterroristische Massnahmen als blanken Terror. Dass eine Autobombe in den Nachrichten «etwas völlig anderes ist, als draussen auf der Strasse zu stehen, den Verkehr zu sehen und sich bei jedem Auto zu fragen, ob es sich nicht im nächsten Moment in einen tödlichen Ball von Flammen und Schrapnells verwandelt. Einen Kontrollpunkt auf Al-Dschasira, CNN oder BBC zu sehen, ist etwas völlig anderes, als voller Beklemmungen auf einen zuzufahren, langsam anzuhalten und zu beten, dass der Soldat auf der anderen Seite nicht findet, du siehst verdächtig aus ... oder aus Versehen den Finger am Abzug krümmt. Es ist etwas völlig anderes.» April 2007 kündigt Riverbend an, mit ihrer Familie den Irak verlassen zu wollen wegen fortwährender ethnischer Gewalttätigkeiten in ihrer Heimat. Am 22. Oktober teilt sie mit, dass sie Syrien sicher erreicht hat. Seither gibt es keine neuen Einträge.


Regie: Enrico Stolzenburg. Mit: Anna Böger und Victor Morales. Programmierung & Design Videogame: Victor Morales. Dramaturgie: Carolin Hochleichter. Koproduktion mit AUAWIRLEBEN.