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Zu Besuch bei Schauplatz International


Martin Bieri sagt: "Das Lesen ist mein grösstes Hobby - und mein Beruf."

Schauplatz International beim gemeinsamen Znacht. "Solche Momente sind uns wichtig und machen das Leben lebenswert. Wir sind keine Automaten."


Anna-Lisa Ellend und Albert Liebl in ihrem geschmackvoll eingerichteten Wohnzimmer. Wir haben uns in der Arbeit schätzen und lieben gelernt, sagt Liebl. Und Ellend findet, Künstler müssen nicht in heruntergekommenen Altbauten wohnen. Solche Klischees interessieren sie nicht.


Albert Liebl bereitet sich auf die schwierigste Rolle seines Lebens vor: Er wird zum ersten Mal Papa.


Martin Bieri ist ein Nachtmensch. "Kurz vor dem Zubettgehen kommen mir die besten Kürzungsideen."


Die "Langeweile in Person", wie Lars Studer von sich sagt, sorgt auch zuhause immer für gute Stimmung: "Meine Kinder wollen meine Witze immer wieder hören"


"Ich bin ein Familienmensch. Die eigenen vier Wände bedeuten mir mehr als aller Erfolg, den ich ja glücklicherweise im Überfluss habe."


Gezeichnet von den Strapazen des letzten Jahres lässt sich das Arbeitstier Lars Studer aber keinesfalls bremsen. "Man lebt nur einmal", sagt er still.


"Ha! Da habt ihr mich an meinem Lieblingsplatz überrascht!" Anna-Lisa Ellend vor ihrem Bücherregal mit Ratgebern aller Art.


"Seit Monaten mache ich nichts anderes, als Kinderbücher lesen. Ich freue mich so auf unser erstes Kind", sagt die werdende Mutter.


Anna-Lisa Ellend schminkt sich selten. Sie ist sehr natürlich und viel in den Bergen unterwegs oder mit Freunden auf  der Jacht: "Ich bin gern mit einfachen Leuten zusammen, die nichts mit Kunst zu tun haben."


Martin Bieri in seiner funktionell eingerichteten Berner Altstadtwohnung. Ein typischer Singlehaushalt.


Albert Liebl: "Ich mache fast alles im Bett. Hier bin ich zu Hause."


Für die Einrichtung des Kinderzimmers im Haus am Bielersee konnten sie DJ Bobos Bühnenbilder gewinnen. Das Kissen nähte Anna-Lisa Ellends Mutter.


"Nach einem harten Probentag ist mir Nähe wichtig", sagt Anna-Lisa Ellend: Die beiden auf dem Bett in ihrer Berliner Wohnung, der Stadt, in der sie sich kennen lernten. Liebl inszenierte die Abschlussproduktion der renommierten Schauspielschule Ernst Busch und verliebte sich sofort in die talentierte Schauspielschülerin.


"Ich liebe Rosa und Pastelltöne." Anna-Lisa Ellend im Eingangsbereich ihrer Berliner Wohnung.


Ein Spiel der Perspektiven.


Albert Liebl im Wohnzimmer ihres Walliser Chalets: "Ich bin ein TV und Technik-Junkie."


Albert Liebl sammelt Fundstücke aus aller Welt. "Am liebsten wäre ich Bergführer geworden." Er hat Walliser Wurzeln.


Als moderner Mann hilft Albert Liebl viel im Haushalt, speziell für Gäste kocht er gern: "Für mich ist die Küche kein Minenfeld."


"Aber das Putzen übernehme ich immer noch selber", sagt Anna-Lisa Ellend schelmisch.


Schauplatz International gönnt sich gern einen feinen Tropfen am festlich gedeckten Tisch. Lars Studer bringt gleich den Braten und setzt sich auf den leeren Stuhl.


"Ich habe alle Folgen von Grey's Anatomy aufgenommen", sagt Martin Bieri und zeigt stolz seine Sammlung.


Hier, in der Konzernzentrale im steuergünstigen Zug, werden die Geschicke von Schauplatz International geleitet. Das ist Albert Liebls Reich. "Wir stehen zum Steuerwettbewerb. Konkurrenz belebt das Geschäft", sagt der gefeierte Künstler.


"Entspannen kann ich am besten in meinem Haus in der Provence, hier, mitten in den Lavendelfeldern, lade ich meine Batterien wieder auf." Martin Bieri ist über einer interessanten Lektüre eingeschlafen.


"Das ist mein ganzer Schatz", sagte Anna-Lisa Ellend. Sie hat von ihrem Vater Walther wertvolle Erstausgaben von Ibsen geerbt. Er war Wiener Burgschauspieler.


Die Finanzen sind bei Anna-Lisa Ellend gut aufgehoben: "Diese Babuschkas hat uns Raissa Gorbatschowa kurz vor ihrem Tod geschenkt."


In diesem dunklen Büro in der Bieler Altstadt nahm alles seinen Anfang. "Wir werden der Stadt Biel ewig dankbar sein", sagen Schauplatz International.


Hier wird gearbeitet: Das Büro von Schauplatz International in den Vidmarhallen - in direkter Nachbarschaft zum Stadttheater: "Wir haben ein kollegiales Verhältnis", meint Ellend. Die alten Industriebauten strahlen eine wichtige Energie aus.


Hier entwirft Anna-Lisa Ellend ihre komplexen Kostümkreationen für die Stücke von Schauplatz International. Schon ihre Mutter war eine berühmte Kostümbildnerin an der finnischen Staatsoper in Helsinki.


"Für mich ist Tradition sehr wichtig. Ich lasse mich immer wieder von meinen finnischen Wurzeln inspirieren. Gerade in Zeiten der Globalisierung", sagt Anna-Lisa Ellend und lächelt melancholisch.


Martin Bieri in seinem eigenen Privatarchiv. Er hat eine Garage in Bümpliz gemietet: "Das ist meine Denkwand. Da steht auch mein geliebter  iMac, den ich mir von meiner ersten Gage gekauft habe."


"Ich bin ein Frühaufsteher. Meine Eltern haben mich zu Disziplin und Selbstständigkeit erzogen", sagt der Diplomatensohn.


Anna-Lisa Ellend zu Besuch in Martin Bieris Junggesellenbude. "Vitaminreiche Ernährung ist im Moment sehr wichtig für mich", sagt sie und beisst keck in einen Apfel.


Albert Liebl...


...für jeden Spass zu haben: "Ich habe nicht vergessen, wo ich herkomme."

"Meine besten Ideen habe ich, wenn ich so richtig in Fahrt komme, dafür bin ich meinem Ältesten dankbar.


Lars Studer privat: Seine legendären und unerschrockenen Recherchen aus den unwirtlichsten Gegenden haben ihn zu einem gefürchteten Gegenspieler der Grossen dieser Welt gemacht.


"Manchmal einfach alles vergessen," am besten kann er das bei seiner Tante im Teutoburger Wald in der Nähe von Siegen.


Martin Bieri nimmt nur eine Frucht und einen Nespresso zum Frühstück. "Das Rauchen habe ich mir abgewöhnt, den Kaffe noch nicht." Und schon hat er das erste Buch aufgeschlagen.


Albert Liebl spät abends in seiner Denkkammer am Bielersee. So still und versonnen kennt man ihn gar nicht.


Schauplatz International verfügt über Kontakte in die ganze Welt. Sie tragen ihren Namen nicht zu Unrecht und sind stolz, die Schweiz zu repräsentieren. Martin Bieri schickt gerade letzte Anweisung nach Island für ein Open Air Spektakel mit Björk: "Die Isländer lieben uns."


"So etwas ziehe ich nur für die Gala an!" Bald wird in der Zeche Zollverein eine Wanderausstellung über die Gruppe eröffnet. "Im Grunde sind wir alles Arbeiter", sagt Albert Liebl.


Der Weinkeller in der Provence: "Der Wein ist meine versteckte Leidenschaft", verrät Martin Bieri


Mit viel Liebe kümmert sich Anna-Lisa Ellend um ihr Haus am Bielersee. Tischdekoration ist ein weiteres Hobby der vielseitigen Künstlerin.


In der Ruhe liegt die Kraft, solche Weisheiten helfen Lars Studer sein inneres Gleichgewicht zu behalten. Auch Meditation und sogar Wellness ganz allgemein, sind ein hartes Stück Arbeit, sagt Lars Studer, der jeden Morgen um 6 den Tag mit einem Gebet beginnt.


Immer auf dem Sprung sorgt der umtriebige Lars Studer von morgens bis abends für neue Themen und das Knüpfen wichtiger Kontakte.


Wenn ich mich mal wieder für ein, zwei Wochen bei meinen Künstlerfreunden Anna-Lisa Ellend und Albert Liebl zum Brainstormen einniste, schaue ich immer, dass frische Blumen den Aufenthalt angenehm machen. Nähe zur Natur ist die Zauberformel, die die schwierigen Künstler immer wieder Gräben und Hindernisse überspringen lässt.


Bei einem Glas Wein mit seinen Freunden von Schauplatz International den Spuren der Wahrheit zu folgen, ist für den Junggebliebenen eine höhere Aufgabe, und eine Lust!


Dass ich ein Star bin merke ich erst seit kurzem, schmunzelt der bald 40jährige, während er sich nach dem Besuch einer Schulklasse mit geübter Geste die letzten Reste der Schminke entfernt. 


"Die Küche habe ich nach unseren Bedürfnissen eingerichtet. Albert hat die Schränke aufgehängt", sagt Anna-Lisa Ellend. Sie liebt Rosa.


Schauplatz International ungezwungen zu Besuch bei den Schwiegereltern. Lars Studer fehlt auf dem Bild. Er sagt: "Wir packen überall mit an."


"Ich bin mir selbst immer einen Schritt voraus", bekennt der breitbeinig im Leben stehende Lars Studer, "und ich erschrecke manchmal wie präzise etwas eintrifft, was ich nicht mal zu denken wagte."


Aus einem gigantischen Archiv schöpfen heisst auch immer wieder Ordnung schaffen. "Ich kann es nicht vermeiden manchmal das plötzlich Verschollene wieder ans Licht zu holen."


Der feinsinnige Kunstliebhaber scheut vor Konfrontation auch im kreativen Prozess nicht zurück. "Alles was ich sage, hat auch eine Konsequenz"


"Innovation ist für den Menschen ein Grundbedürfnis wie Essen, Trinken und Zähneputzen. Workshops sind mein Leben." sagt der durchtrainierte Enddreissiger zerknirscht, als er in der Küche seiner Hotelsuite in Sao Paolo mal wieder die Technik nicht versteht.


"Bildbände dienen mir als Vorlage für meine Entwürfe." Anna-Lisa Ellend lässt in ihrer Kreativität nie bremsen, hier in ihrem Nähzimmer im Haus am Bielersee.


Hat uns der attraktive Martin Bieri hier etwas verschwiegen? Augenzwickernd zeigt er sein fröhlich eingerichtetes Schlafzimmer in der Provence: "Ich liebe Zweideutigkeiten."


Ein schönes Paar: "Wir lieben uns sehr. Am Sonntag im Bett zu frühstücken, ist das Schönste für uns." Das schmiedeiserne Bett hat sich das erfolgreiche Vorzeigepaar nach Mass fertigen lassen.


"Es ist angerichtet, der Storch kann kommen", scherzt Albert Liebl. Das niedliche Stofftier ist ein Geschenk des zukünftigen Taufpaten und Teilhabers von Schauplatz International, Lars Studer.


Martin Bieri von einer Seite, die er oft verschweigt: Er ist passionierter Kunstsammler, entdeckt und fördert junge Künstlerinnen: "Das ist ein Jungbrunnen für mich."


Schauplatz International macht seinem Namen alle Ehre, wir werden nun endlich nicht mehr allein national wahrgenommen, sondern haben unseren Platz dort, wo heutzutage die Entscheidungen stattfinden. "Das war ein steiniger Weg", sagt der Botschafter des Künstlerkollektivs und Visionär Lars Studer, der sein Büro auch mal an unorthodoxen Orten aufschlägt.


Immer unterwegs zu sein erfordert viel Energie und Disziplin, die sich der Lebenshungrige schon als Kind angeeignet hat.



Was Schauplatz International vereint, ist ihre Liebe zur Natur. Oft fliegen sie nach Borneo. Der Urwald dort liegt ihnen sehr am Herzen, engagieren sich: "Die Klimaveränderung geht uns alle an." Lars Studer fehlt auf diesem Bild.


Für den internationalen Teil der Gruppe um Anna-Lisa Ellend, Martin Bieri, Albert Liebl und Lars Studer wirft sich der offene Kosmopolit auch für fremde Kulturen ins Zeug. Eine kleine Sammlung der seltensten Perlen bewahrt er allerdings in seinem eigens dafür gebauten Keller.


Wenn ich an Martin Bieris Tür klopfe steht mir ein hochkultiviertes, philosophisches Gespräch bevor. Das gibt Zuversicht.


Auch wenn es andere nach Borneo oder Neuguinea zieht: Lars Studer kennt die chinesischen Hochebenen wie seine Westentasche. Eine Reise macht man mit sich selbst und so findet man seine innere Mitte.

Schauplatz International

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