Schlachthaus Theater Bern
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September 2012: Diego Castro (Berlin)


DAS KAPITAL: ERSCHÖPFTE ZERSTÖRER. eINE PARTIZIPATIVE INSTALLATION



Es geht um den Abriss des Palastes der Republik in Berlin, es geht um Kampf um städtische Territorien, um Ökonomie: So haben Sie noch nie mit Lego-Steinen gespielt!

So 9.9.2012 16:00 - 20:00 (Vernissage)
Mo 10.9.2012 - So 16.9.2012 jeweils 16:00 - 20:00h

2003 wurde beschlossen, den Palast der Republik, das symbolträchtige und – wie sich herausstellte – asbestverseuchte Gebäude aus DDR-Zeiten, abzureissen und zugleich das 1950 gesprengte Berliner Stadtschloss, welches über Jahrhunderte hinweg zu einem Symbol der preussischen Macht- und Militärpolitik geworden war, wieder aufzubauen. Dieser Beschluss provozierte in Berlin eine lange Reihe von Bürgerprotesten und eine langjährige Debatte, in der Sinn und Symbolik sowohl des Abrisses als auch des Wiederaufbaus diskutiert wurden. Ausgehend davon entwirft Diego Castro ein Werk, das diesen Streit in spielerischer Form sichtbar und die historische und ökonomische Dimension des Konflikts deutlich macht. 
Die partizipative Installation ist vorerst eine Reproduktion des abgerissenen Berliner Palastes der Republik aus LEGO-Steinen. Die Besucher der Ausstellung dürfen am Rückbau des LEGO-Palasts teilhaben und werden dazu angehalten, das alte Berliner Stadtschloss – ebenfalls mit LEGO – wieder aufzubauen oder sich für etwas anderes zu entscheiden, während ein Börsenticker steigende und fallende Aktienkurse projiziert. 
Castro bezieht sich auf die Arbeit von dem Ökonomen Joseph Schumpeter (1883-1950) über «Schöpferische Zerstörung» und fragt nach den Gewinnern und Verlierern einer neoliberalen Raumverwertungsideologie, bei der durch Stadterneuerung Immobilienpreise in die Höhe getrieben, neue Finanzblasen kreiert und Menschen an die Randzonen der Gesellschaft vertrieben werden. 

Veranstaltet durch Forschungsschwerpunkt Intermedialität der Hochschule der Künste Bern HKB, Theaterladen (Schlachthaus Theater Bern) und Biennale Bern.

Zu BIENNALE BERN 2012: KAPITAL

Die Biennale Bern ist ein transdisziplinäres Festival für zeitgenössisches Kunstschaffen. Veranstaltet wird die Biennale von zahlreichen Kulturinstitutionen der Stadt Bern - mit dem Ziel, die lokalen Veranstalter mit regionalen, nationalen und internationalen Kunstschaffenden zusammenzuführen.

Ein Thema dient dem Festival als Bündelung und zugleich als Anstoss für neue Projekte. Nach Fremdgehen (2008) und Wut (2010) wagt sich die Biennale Bern 2012 an ein Thema, das heute die ganze Welt bestimmt und prägt: Kapital. Wir leben in einer Zeit, in der alles über die Geldflüsse geregelt wird. Alles wird kapitalisiert. Die Biennale Bern 2012 will mit Projekten aus den Sparten bildende Kunst, Theater, Performance, Musik, Literatur und Film eine profunde Auseinandersetzung mit dem Festivalthema erreichen. Neben den künstlerischen Darbietungen werden auch Plattformen für Referate und Diskussionen mit Gästen aus den Bereichen Politik, Ökonomie und Soziologie geschaffen.