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Schlachthaus

Geschichte

Bereits im 15. Jahrhundert befand sich ein schmales Schlachthaus, das sog. 'Schinthaus', dort, wo sich heute das Schlachthaus Theater befindet. 300 Jahre später, im 18. Jahrhundert, genügte die Einrichtung den Anforderungen der Zeit nicht mehr und der bernische Rat beschloss einen Neubau, der durch die die Architekten Niklaus Hebler und Ludwig Emanuel Zehender entworfen wurde. 1768/69 wurde das eingeschossige und heute noch bestehende Gebäude mit Mansartdach als Berner Schlachthaus gebaut. In der Mitte des plattenbelegten Bodens floss damals ein kleines, vom Stadtbach abgeleitetes Bächlein zur Erhaltung der Sauberkeit. Bereits 1764 war das östlich angrenzende Nachbarhaus von der Stadt erworben und zur Erweiterung der Anlage einbezogen worden. Der alte Keller, der später als Stadtgalerie genutzt werden sollte, wurde beibehalten.

Ungefähr gleichzeitig mit dem erwähnten Neubau wurde gegenüber vom Schlachthaus die Fleischschaal gebaut: Entstanden ist ein ebenfalls eingeschossiger, offener, von der Kramgasse bis zur Metzgergasse durchgehender Bau. Die Schaalen, Fleisch- und Brotschaal, waren öffentliche Bauten, in denen Berner Metzger und Bäcker an festen Verkaufsständen ihre Waren feilboten. Fleischschaal und Schlachthaus prägten den Charakter der Gasse, die den Namen 'Metzgergasse' erhielt. Erst 1971 wurde ihr der vornehmere Namen 'Rathausgasse' verliehen.

1798 wurde aus Platzgründen ein zweites Schlachthaus an der Schütte gebaut. Dieses wurde 1875 in die Engehalde verlegt. 1914 wurden die für das Schlachten von Tieren eingerichteten Gebäude von Bern zusammengelegt und als Schlachthof an die Stauffacherstrasse gezügelt. Die Fleischschaal wurde 1938 abgebrochen; an ihrer Stelle wurde das Konservatorium gebaut.

Seit 1914 wird das Berner Schlachthaus nicht mehr seinem ursprünglichen Zweck entsprechend genutzt. Seither dienten die Räumlichkeiten als Feuerwehrmagazin, Requisitenraum des Stadttheaters und als Lagerraum für die Stadtbetriebe. Nebst den dringlichsten Unterhaltsarbeiten wurde 1945 eine umfassende Fassadenrenovation vorgenommen, 1970 musste das Dach saniert werden.

Das Nachbarhaus Rathausgasse 20, das heute als Bühneneingang mit Künstlergarderoben und Verwaltungsräumlichkeiten dient, wurde 1554 erbaut und 1840 mit dem klassizistischen Treppenhaus und dem Hinterhaus gegen die Halde erweitert. 1930 kaufte die Stadt das Gebäude.

Am 25. Juni 1981 beschloss der Stadtrat von Bern, das Alte Schlachthaus für kulturelle Zwecke zu renovieren. Von Ende 1982 bis zum 30. Juni 1984 war das Stadttheater Bern während der Renovationsphase Dauermieter, bevor vom 1. Juli 1984 bis zum 1. November 1997 das 'Alte Schlachthaus' für kulturelle und andere Veranstaltungen gemietet werden konnte.

Dank dem Engagement der freien Berner Theaterszene wurde aus dem Vermietbetrieb ein unter künstlerisch-administrativer Leitung stehendes Theater, das seit 1997 von einem Verein geführt und als Gastspielbetreib für die freie Theaterszene genutzt wird. Der Spielbetrieb begann am 1.1.1998 und wird primär durch die in einem jeweils auf mehere Jahre befristeten Leistungsvertrag festgeschriebenen Subventionen der Stadt Bern ermöglicht. Nähere Angaben dazu finden sich im Leitbild und in den Richtlinien.