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Zu Gast: auawirleben
Katy Baird (Hastings/Gent)Get off
Di 13.05.25
20:30in Anschluss Publikumsgespräch
Mi 14.05.25
19:00
Insta-Likes, ein gutes Essen oder Drogen – der menschliche Körper nimmt alle Arten des Vergnügens ähnlich wahr. Aber gibt uns deren Konsum wirklich, was wir suchen? Wenn die überzeugte Hedonistin und selbsternannte Hot-Mess Katy Baird im Vergnügen auf die Suche nach Befriedigung und Zugehörigkeit geht, lässt sie alle Hüllen fallen und überschreitet überzeugt jede Schamgrenze. Mit entwaffnender Ehrlichkeit ergründet sie ihre eigenen Abgründe und zeigt einen berührenden Abend über Freundschaft, das Älterwerden und darüber, wem wir welchen Spass zugestehen.
«Get off» ist die erste Zusammenarbeit der Schottin Baird und der belgischen Produktionsplattform CAMPO, die schon mit zahlreichen Produktionen bei auawirleben zu Gast war.
Katy Baird ist Künstlerin, Kuratorin und Produzentin von Live Art und lebt in Hastings, England. Als Künstlerin ist Baird auf Performance-Festivals und an Theatern in ganz Europa sowie auf Hausbesetzungspartys, in Clubs und auf Raves aufgetreten. Sie erarbeitete Auftragswerke u. a. vom Battersea Arts Centre, Wellcome Trust, The Yard Theatre, Camden People's Theatre und Duckie. Seit 2016 ist sie Artist in Residence bei der queeren Clubnacht Knickerbocker. Als Kuratorin gründete und koproduziert sie Steakhouse Live, eine Plattform in London für radikale Performance-Praktiken, und ist derzeit künstlerische Leiterin von Home Live Art, einem Live-Art-Veranstalter in Hastings.
Einfach gesagt
Katy möchte Spass haben und das Leben so geniessen, wie sie es gut findet. Aber die Gesellschaft hat ein Problem damit. In diesem Stück fragt sie sich, wieso das so ist und was man dagegen tun kann.
Weitere Infos: www.auawirleben.ch
The human brain registers all pleasure in a similar way – be it a delicious meal, a sexual thrill, a recreational substance or those little hearts on Instagram... But just how good does all this consumption truly make us feel? Follow Katy Baird, dedicated hedonist and self-proclaimed hot-mess, as she unveils her journey into the pursuit of pleasure. Baird offers a raw and unfiltered insight into the human need for distraction, exploring the depths of our desires and questioning the autonomy we have in choosing where we seek it.
This performance is her first collaboration and the start of a longer trajectory with Belgian production house CAMPO which has toured many productions to auawirleben in the past.
Katy Baird is an artist, curator and producer of Live Art based in Hastings, East Sussex, England. As an artist Baird has performed at performance festivals and venues across Europe as well as squat parties, clubs and raves. She has received commissions from Battersea Arts Centre, Wellcome Trust, The Yard Theatre, Camden People’s Theatre and Duckie amongst others. Since 2016 she has been artist in residence at queer club night Knickerbocker. As a Curator she founded and co-produces Steakhouse Live, a DIY platform in London for radical performance practices and is currently Artistic Director of Home Live Art, producers of live events across Hastings.
Easy Read
Katy wants to have fun and enjoy life the way she likes it. But society has a problem with this. In this play, she asks herself why this is the case and what can be done about it.
Konzept, Regie & Performance: Katy Baird
Co-Regie: Kim Noble
Dramaturgie: Pol Heyvaert
Lichtdesign: Joe Hornsby
Sound: Nicol Parkinson
Bewegungscoach: Lisi Estaras
Produktion UK: Michael Kitchin
Künstlerische Unterstützung: Lucy Hutson, Eirini Kartsaki, Jordan Mckenzie, Eve Stainton, Ivor Macaskill, Kharn Roberts, Mitch & Zeroh
Im Auftrag von: CAMPO, Battersea Arts Centre & Transform
Mit der Unterstützung von: Artsadmin, Tramway, Cambridge Junction & horizon
Mit Finanzierung von: Arts Council England's National Lottery
nonetheless
auawirleben – die 44. Festivalausgabe
Nichtsdestoweniger halten wir durch. Nichtsdestoweniger halten wir zusammen. Nichtsdestoweniger machen wir Theater. Nichtsdestoweniger sagen wir, was wir denken.
Die Welt macht gerade ganz schön Angst. Oder wütend. Oder mindestens sprachlos. Wer nicht direkt ums eigene Leben oder die Würde bangen muss, verliert zumindest die Lust am Feiern. Viele Dinge werden gerade ziemlich unwichtig angesichts dessen, was wir täglich in den Nachrichten lesen. Das Gefühl von Machtlosigkeit macht sich breit und das persönliche Empathie-Reservoir versiegt langsam.
Da finden wir: Jetzt ist es erst recht an der Zeit, einander zuzuhören. Und wo kann man das besser als im Theater. Die 15 eingeladenen Gruppen aus Australien, Belarus, Brasilien, Bulgarien, Deutschland, England, Estland, Litauen, Mexiko, Österreich, Polen, Spanien und der Schweiz bringen alle Geschichten des Widerstands nach Bern, nicht des grossen Widerstands in Form von Protesten oder Revolten, sondern des Widerstands im Kleinen. Es sind Geschichten des «Trotzes»: trotz Krise, trotz Armut, trotz Ausgrenzung, trotz Trauer und nicht zuletzt trotz Komplexität. Erzählt werden sie von einer Mutter, einem Kind, als VR-Erlebnis, mit Musik, Tanz und Radau, mit Wut und mit Freude, mit Trauer und dem Versuch, nicht zu vergessen.
Wir wissen nicht, ob dieser kleine Widerstand die Welt verändern kann, ob das persönliche «Trotzdem» irgendjemanden juckt. Aber was wir sicher wissen, ist dass es die Welt verändern würde, wenn wir diesen Mikro-Widerstand nicht leisten, wenn wir kuschen, uns entfremden, einander misstrauen. Wenn es etwas zu tun gibt, dann ist es zusammenkommen, gemeinsam nachdenken, uns austauschen, einander und uns selbst Mut machen, Kompliz*innen bleiben oder werden. Höchste Zeit, die Gesellschaft zu kitten. Und wenn wir schon dabei sind, reparieren wir sie doch gleich mit Gold und machen sie schöner, besser, stärker als zuvor. Nichts weniger als das.
Wir freuen uns, Sie am Festival zu sehen, in der Dampfzentrale, im Schlachthaus, im Tojo, in der Feuerwehr Viktoria oder in unserem Festivalzentrum Lehrer*zimmer im PROGR – nicht nur trotz allem, sondern grade wegen allem.
Ihr auawirleben-Team
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