Schlachthaus Theater

First Trimester

Zu Gast: auawirleben
Krishna Istha (London)
First Trimester

Saal
Englisch
Rollstuhlgängig, Höranlage, DSGS

  1. Sa 10.05.25
    18:00

  2. So 11.05.25
    18:00

    mit DSGS

    Die Vorstellung vom 11. Mai wird in Deutschschweizer Gebärdensprache (DSGS) übersetzt. Die Dolmetscherin ist während der ersten Stunde (18:00-19:00 Uhr) anwesend. Plätze mit guter Sichtbarkeit zur Dolmetscherinsind markiert.

    Dolmetscherinnen: Tanja Joseph, Monika Beyeler

  1. de
  2. en

Krishna und Logan möchten ein Kind kriegen. Doch dafür brauchen sie einen Samenspender. Auf den Webseiten von Samenbanken kann man nach Spenderqualitäten filtern, doch die Kategorien Körpergrösse, Haarfarbe, Augenfarbe und Schulabschluss interessieren die beiden nicht wirklich. Sie haben viele andere Fragen an mögliche Spender*innen, über deren Haltungen und Ansichten. In der dreistündigen Vorstellung interviewt Krishna live auf der Bühne jeden Abend elf willige Spender*innen und sucht sich so weltweit die ideale Person aus. Zuschauer*innen bleiben so lange, wie sie wollen. Aber Achtung: grosse Binge-Watching-Gefahr!

Die Zuschauer*innen sind eingeladen, die Interviews zu verfolgen, können sich aber auch als potenzielle Spender*innen anmelden. Wir freuen uns über Teilnehmer*innen im Alter von 18 bis 60+ jeglichen Hintergrunds. Jedes Interview trägt entscheidend dazu bei, dass Krishna auf der Suche weiterkommt. Wenn Sie sich für die Teilnahme anmelden möchten, besuchen Sie bitte die Website: www.firsttrimester.co.uk

Krishna Istha lebt in London und ist Performance-Künstler*in, Drehbuchautor*in, Comedian und Theatermacher*in. Istha schafft sozial bewusste experimentelle Formen über tabuisierte oder unterrepräsentierte Erfahrungen mit Geschlecht, Ethnie und Sexualität. Zuletzt schrieb Istha für die Netflix-Serie «Sex Education» und war als Comedian im Netflix-Special «Hannah Gadsby's Gender Agenda» zu sehen.

Dauer: Sie bleiben so lange, wie Sie wollen

Einfach gesagt

Krishna und Logan möchten ein Kind. Sie können das aber nur mit einem Samenspender. In dieser Show interviewen sie ganz viele Menschen, die dafür in Frage kommen.

Weitere Infos: www.auawirleben.ch

 

 

Krishna and Logan want to have a child. But for that they need a sperm donor. On sperm bank websites, you can filter by donor quality, but the categories of height, hair colour, eye colour and school-leaving qualification aren’t all that interesting to two of them. They are much more interested in future donor’s attitudes and views. During this three-hour durational performance, Krishna interviews eleven willing donors live on stage each evening and selects the ideal person from around the world. The audience can stay and binge-watch for as long as they like.

Audience members are invited to watch as the interviews unfold but are also welcome to sign-up as a participant as a prospective donor. We welcome participants aged 18 to 60+ from all backgrounds. Each interview is pivotal in helping Krishna get closer to finding the right donor. If you would like to sign up to participate, please visit our website: https://firsttrimester.co.uk/

Krishna Istha is a London-based performance artist, screenwriter, comedian and theatre maker. They create socially conscious form-pushing works about taboo or underrepresented experiences of gender, race and sexual politics. Most recently, they wrote on Netflix’s «Sex Education» and was one of the comedians featured on the Netflix Special Hannah Gadsby's Gender Agenda».

Easy Read

Krishna and Logan want to have a child. But they can only do so with a sperm donor. In this show, they interview lots of people who potentially might be the one.

© Jordan Rossi
© Jordan Rossi
© Jordan Rossi
© Jordan Rossi

Künstlerische Leitung: Krishna Istha
Bühnen & Kostümbild: Ting Huan Urquhart
Lichtdesign: Martha Godfrey
Komposition & Sounddesign: Olive Mondegreen
Dramaturgie: Paula Varjack
Produzentin: Ruby Glaskin
Technische Leitung: Helen Mugridge
Kamera: Ruby Parker-Harbourd
Ton & Veranstaltungsleitung: Florian Lim
Wellbeing Officer: Sabah Choudrey                        
Teilnehmer*innen-Rekrutierung & Betreuung Bern:  Tejus Menon

nonetheless 
auawirleben – die 44. Festivalausgabe

Nichtsdestoweniger halten wir durch. Nichtsdestoweniger halten wir zusammen. Nichtsdestoweniger machen wir Theater. Nichtsdestoweniger sagen wir, was wir denken.

Die Welt macht gerade ganz schön Angst. Oder wütend. Oder mindestens sprachlos. Wer nicht direkt ums eigene Leben oder die Würde bangen muss, verliert zumindest die Lust am Feiern. Viele Dinge werden gerade ziemlich unwichtig angesichts dessen, was wir täglich in den Nachrichten lesen. Das Gefühl von Machtlosigkeit macht sich breit und das persönliche Empathie-Reservoir versiegt langsam.

Da finden wir: Jetzt ist es erst recht an der Zeit, einander zuzuhören. Und wo kann man das besser als im Theater. Die 15 eingeladenen Gruppen aus Australien, Belarus, Brasilien, Bulgarien, Deutschland, England, Estland, Litauen, Mexiko, Österreich, Polen, Spanien und der Schweiz bringen alle Geschichten des Widerstands nach Bern, nicht des grossen Widerstands in Form von Protesten oder Revolten, sondern des Widerstands im Kleinen. Es sind Geschichten des «Trotzes»: trotz Krise, trotz Armut, trotz Ausgrenzung, trotz Trauer und nicht zuletzt trotz Komplexität. Erzählt werden sie von einer Mutter, einem Kind, als VR-Erlebnis, mit Musik, Tanz und Radau, mit Wut und mit Freude, mit Trauer und dem Versuch, nicht zu vergessen.

Wir wissen nicht, ob dieser kleine Widerstand die Welt verändern kann, ob das persönliche «Trotzdem» irgendjemanden juckt. Aber was wir sicher wissen, ist dass es die Welt verändern würde, wenn wir diesen Mikro-Widerstand nicht leisten, wenn wir kuschen, uns entfremden, einander misstrauen. Wenn es etwas zu tun gibt, dann ist es zusammenkommen, gemeinsam nachdenken, uns austauschen, einander und uns selbst Mut machen, Kompliz*innen bleiben oder werden. Höchste Zeit, die Gesellschaft zu kitten. Und wenn wir schon dabei sind, reparieren wir sie doch gleich mit Gold und machen sie schöner, besser, stärker als zuvor. Nichts weniger als das.

Wir freuen uns, Sie am Festival zu sehen, in der Dampfzentrale, im Schlachthaus, im Tojo, in der Feuerwehr Viktoria oder in unserem Festivalzentrum Lehrer*zimmer im PROGR – nicht nur trotz allem, sondern grade wegen allem.

Ihr auawirleben-Team

auawirleben.ch