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Zu Gast: auawirleben
Theater Thikwa & hannsjana (Berlin)Bauchgefühl
Fr 16.05.25
20:00mit DSGS
Die Vorstellung vom 16. Mai wird in Deutschschweizer Gebärdensprache (DSGS) übersetzt. Plätze mit guter Sichtbarkeit zu den Dolmetscherinnen sind markiert.
Dolmetscherinnen: Mara Flückiger, Monika Beyeler
Sa 17.05.25
20:00 — 21:15Im Anschluss Publikumsgespräch
mit Audiodeskription
Am 17. Mai ist eine deutsche Audiodeskription erhältlich. Die Kopfhörer erhalten Sie an der Kasse.
Wer möchte ein Baby bekommen und soll nicht? Und wer möchte keine Babys bekommen, aber soll? In einem unterhaltsamen Geburtsvorbereitungskurs verhandeln Performer*innen von Theater Thikwa und das feministische Kollektiv hannsjana die grossen politischen Fragen, die sich tagtäglich an ihre Bäuche richten. Zum Beispiel was reinkommt, Bier, Kuchen, oder Kinder – und was rauskommen darf. In einer humorvollen Bühnenshow übernehmen die Performer*innen in «Bauchgefühl» selbst die Verantwortung, für sich und andere, entwickeln neue Formen von Reproduktion, Elternschaft und Fürsorge – oder entscheiden sich bewusst dagegen, ihre Körper und ihre Aufmerksamkeit mit irgendwem zu teilen.
Theater Thikwa gilt als «Deutschlands berühmtestes Theater, in dem Künstler*innen mit und ohne Behinderung gemeinsam Theater spielen». In der eigenen Spielstätte in Berlin und bei Gastspielen auf der ganzen Welt präsentiert Thikwa Performances, Tanz-, Text- und Musiktheater ohne Scheu vor Experimenten.
Das Künstlerinnenkollektiv hannsjana erarbeitet gemeinsam Performances, Audiotouren und Videoarbeiten. Dabei brechen sie mit Vorannahmen und setzen sich humorvoll, musikalisch und wissenschaftlich mit Orten und Themen auseinander, um sie sich selbst und anderen erfahrbar und erklärbar zu machen. Ihre Arbeiten wurden unter anderem in den Sophiensälen, Berlin, am Luzerner Theater und im Berliner Theater Thikwa gezeigt.
Einfach gesagt
Manche Leute wollen nicht das andere Menschen Kinder haben, zum Beispiel weil sie behindert sind. Von anderen Menschen wird erwartet, dass sie Kinder kriegen. Aber vielleicht wollen sie das gar nicht. Auf sehr unterhaltsame Weise geht es in diesem Stück um all diese Meinungen.
Weitere Infos: www.auawirleben.ch
Who would like to have a baby and shouldn't? And who doesn't want to have babies but should? In an entertaining birth preparation course, performers from Theater Thikwa and the feminist collective hannsjana negotiate the big political questions that are posed to their bellies every day. For example, what goes in, beer, cake or children - and what is allowed to come out. In a humorous stage show, the performers in «Bauchgefühl» take responsibility for themselves and others, develop new forms of reproduction, parenthood and care - or consciously decide against sharing their bodies and their attention with anyone.
Theater Thikwa is considered to be «Germany’s most well-known theater where artists with and without so-called disabilities come together to make theater». Thikwa presents performances, dance theatre, text-based theatre and music theatre in its own venue in Berlin and in guest performances around the world with no fear of experimentation.
The artist collective hannsjana has been producing performances, audio tours and video works together since 2011. They always deal with complex topics and multi-layered places in a humorous, musical and scientific way. Their works have been shown at the Sophiensæle Berlin, the Nationaltheater Mannheim, the Lucerne Theatre and the inclusive Thikwa Theatre in Berlin, among others.
Easy Read
Some people don't want others to have children, for example because they are disabled. Other people are expected to have children. But maybe they don't want to. This play deals with all these opinions in a very entertaining way.
Von und mit: Laura Besch, Heidi Bruck, Kristin Feuerer, Jule Gorke, Hannah Grzimek, Jasmin Lutze, Mereika Schulz, Katharina Siemann, Marie Weich
Konzept und Regie: hannsjana
Kostüm & Bühne: Jelka Plate
Licht: Katri Kuusimäki
Künstlerische Mitarbeit: Merete Kaatz
Technik: Holger Duhn, Eric Scheller, Bruno Di Tillo
Regieassistenz: Inge Pabel, Kimberley Süptitz
nonetheless
auawirleben – die 44. Festivalausgabe
Nichtsdestoweniger halten wir durch. Nichtsdestoweniger halten wir zusammen. Nichtsdestoweniger machen wir Theater. Nichtsdestoweniger sagen wir, was wir denken.
Die Welt macht gerade ganz schön Angst. Oder wütend. Oder mindestens sprachlos. Wer nicht direkt ums eigene Leben oder die Würde bangen muss, verliert zumindest die Lust am Feiern. Viele Dinge werden gerade ziemlich unwichtig angesichts dessen, was wir täglich in den Nachrichten lesen. Das Gefühl von Machtlosigkeit macht sich breit und das persönliche Empathie-Reservoir versiegt langsam.
Da finden wir: Jetzt ist es erst recht an der Zeit, einander zuzuhören. Und wo kann man das besser als im Theater. Die 15 eingeladenen Gruppen aus Australien, Belarus, Brasilien, Bulgarien, Deutschland, England, Estland, Litauen, Mexiko, Österreich, Polen, Spanien und der Schweiz bringen alle Geschichten des Widerstands nach Bern, nicht des grossen Widerstands in Form von Protesten oder Revolten, sondern des Widerstands im Kleinen. Es sind Geschichten des «Trotzes»: trotz Krise, trotz Armut, trotz Ausgrenzung, trotz Trauer und nicht zuletzt trotz Komplexität. Erzählt werden sie von einer Mutter, einem Kind, als VR-Erlebnis, mit Musik, Tanz und Radau, mit Wut und mit Freude, mit Trauer und dem Versuch, nicht zu vergessen.
Wir wissen nicht, ob dieser kleine Widerstand die Welt verändern kann, ob das persönliche «Trotzdem» irgendjemanden juckt. Aber was wir sicher wissen, ist dass es die Welt verändern würde, wenn wir diesen Mikro-Widerstand nicht leisten, wenn wir kuschen, uns entfremden, einander misstrauen. Wenn es etwas zu tun gibt, dann ist es zusammenkommen, gemeinsam nachdenken, uns austauschen, einander und uns selbst Mut machen, Kompliz*innen bleiben oder werden. Höchste Zeit, die Gesellschaft zu kitten. Und wenn wir schon dabei sind, reparieren wir sie doch gleich mit Gold und machen sie schöner, besser, stärker als zuvor. Nichts weniger als das.
Wir freuen uns, Sie am Festival zu sehen, in der Dampfzentrale, im Schlachthaus, im Tojo, in der Feuerwehr Viktoria oder in unserem Festivalzentrum Lehrer*zimmer im PROGR – nicht nur trotz allem, sondern grade wegen allem.
Ihr auawirleben-Team
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