Schlachthaus Theater

METCH

Zu Gast: auawirleben
Ivo Dimchev (Sofia)
METCH

Saal
Englisch
80 min
Rollstuhlgängig, Höranlage

  1. Do 07.05.26
    20:45

  1. de
  2. en

«METCH» steht für «music, exhibition, text, choreography» und ist also ein Konzert, eine Ausstellung, eine Auktion, eine Übung, eine exzessive Produktion von Gemälden, ein obsessiver Dialog mit dem Publikum – und dann sind da die Lieder! Seit vielen Jahren betört Ivo Dimchev seine weltweite Fangemeinde mit einer unvergleichlich schönen Stimme und den melancholisch, dreckigen Texten seiner Songs, aber nie lässt er die Anhänger*innenschaft einfach nur geniessen. Stets ist das Publikum gefordert, seinen Teil dazu beizutragen, denn nur Kunst funktioniert immer nur mit Rezeption, und die kann ganz unterschiedliche aussehen.

Wenn Sie Auktionsglück und ein wenig Bargeld dabei haben, nehmen Sie sogar ein echtes Gemälde von ihm und somit ein Stück der Performance nach Hause.

Einfach gesagt

«METCH» ist ein Konzert. Aber auch ein Theaterstück. Aber auch eine Auktion. Ivo macht eine wilde Mischung von all dem.

Content Notes

Diese Produktion enthält partielle Nacktszenen und explizite Inhalte. Diese Inszenierung beinhaltet einige Interaktionen mit dem Publikum, die Teilnahme ist vollkommen freiwillig.

Sensorische Reize

- Laute Musik und Töne
- Energiegeladene Vorstellung

Sitzsäcke

In der vordersten Reihe liegen Sitzsäcke bereit, auf die man sich setzen kann. Es stehen alternative Sitzgelegenheiten (Sitzkeile, Kissen, etc.) zur Verfügung.

Barrierefreiheit

Alle Infos zur Barrierefreiheit gibt's hier.

«METCH» stands for «music, exhibition, text, choreography» and is therefore a concert, an exhibition, an auction, an exercise, an excessive production of paintings, an obsessive dialogue with the audience – and then there are the songs! For many years, Ivo Dimchev has captivated his worldwide fan base with his incomparably beautiful voice and the melancholically gritty lyrics of his songs, but he never lets his followers simply sit back and enjoy. The audience is always challenged to contribute, because art only ever works through reception, and that can take many different forms.

With a bit of luck at the auction and some cash in your pocket, you can even take home an actual painting by him, and thus a piece of the performance.

EASY READ

«METCH» is a concert. But also a theatre piece. And an auction. Ivo makes a wild mixture of all of the

Content Notes

This production contains partial nudity and explicit content. This production features some audience interaction, though participation is entirely optional.

Sensory Triggers

- Loud music and sounds
- High energy performance

Beanbags

Beanbags are available in the front row for you to sit on. Alternative seating (seats, cushions, etc.) is available.

Accessibility

All accessibility info here

© zVg
© zVg
© zVg
© zVg
© zVg
© zVg

Musik, Ausstellung, Text, Choreografie & Konzept: Ivo Dimchev
Assistenz: Dimitar Dimitrov

Ivo Dimchev Ist ein bulgarischer Theatermacher, Choreograf, bildender Künstler, Singer-Songwriter und queerer Aktivist. Sein Werk ist eine extreme und farbenfrohe Mischung aus Performancekunst, Tanz, Theater, Musik, Malerei und Fotografie. Dimchev ist Gründer und Leiter der bulgarischen Humarts Foundation. Nach seinem Masterstudium der darstellenden Künste an der Dasarts Academy in Amsterdam eröffnete er 2009 in Brüssel den Volksroom, einen Veranstaltungsort für junge internationale Künstler*innen. 2014 gründete er in Sofia, Bulgarien, das MOZEI, einen unabhängigen Raum für zeitgenössische Kunst und Musik. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit unterrichtet Dimchev unter anderem an der Nationalen Theaterakademie Budapest, dem Königlichen Tanzkonservatorium Belgiens (Antwerpen), der Hochschule der Künste (Bern), der Amsterdamer Universität der Künste und bei DanceWeb (Wien).

nonetheless 
auawirleben – die 44. Festivalausgabe

Nichtsdestoweniger halten wir durch. Nichtsdestoweniger halten wir zusammen. Nichtsdestoweniger machen wir Theater. Nichtsdestoweniger sagen wir, was wir denken.

Die Welt macht gerade ganz schön Angst. Oder wütend. Oder mindestens sprachlos. Wer nicht direkt ums eigene Leben oder die Würde bangen muss, verliert zumindest die Lust am Feiern. Viele Dinge werden gerade ziemlich unwichtig angesichts dessen, was wir täglich in den Nachrichten lesen. Das Gefühl von Machtlosigkeit macht sich breit und das persönliche Empathie-Reservoir versiegt langsam.

Da finden wir: Jetzt ist es erst recht an der Zeit, einander zuzuhören. Und wo kann man das besser als im Theater. Die 15 eingeladenen Gruppen aus Australien, Belarus, Brasilien, Bulgarien, Deutschland, England, Estland, Litauen, Mexiko, Österreich, Polen, Spanien und der Schweiz bringen alle Geschichten des Widerstands nach Bern, nicht des grossen Widerstands in Form von Protesten oder Revolten, sondern des Widerstands im Kleinen. Es sind Geschichten des «Trotzes»: trotz Krise, trotz Armut, trotz Ausgrenzung, trotz Trauer und nicht zuletzt trotz Komplexität. Erzählt werden sie von einer Mutter, einem Kind, als VR-Erlebnis, mit Musik, Tanz und Radau, mit Wut und mit Freude, mit Trauer und dem Versuch, nicht zu vergessen.

Wir wissen nicht, ob dieser kleine Widerstand die Welt verändern kann, ob das persönliche «Trotzdem» irgendjemanden juckt. Aber was wir sicher wissen, ist dass es die Welt verändern würde, wenn wir diesen Mikro-Widerstand nicht leisten, wenn wir kuschen, uns entfremden, einander misstrauen. Wenn es etwas zu tun gibt, dann ist es zusammenkommen, gemeinsam nachdenken, uns austauschen, einander und uns selbst Mut machen, Kompliz*innen bleiben oder werden. Höchste Zeit, die Gesellschaft zu kitten. Und wenn wir schon dabei sind, reparieren wir sie doch gleich mit Gold und machen sie schöner, besser, stärker als zuvor. Nichts weniger als das.

Wir freuen uns, Sie am Festival zu sehen, in der Dampfzentrale, im Schlachthaus, im Tojo, in der Feuerwehr Viktoria oder in unserem Festivalzentrum Lehrer*zimmer im PROGR – nicht nur trotz allem, sondern grade wegen allem.

Ihr auawirleben-Team

auawirleben.ch